Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) hat am Donnerstagmorgen die Shortlist für den Internationalen Literaturpreis veröffentlicht. Sie erinnern sich, das ist diese besondere Auszeichnung, die nicht nur die Autorin, den Autor eines besonderen Buches würdigt, sondern auch die Leistung des Übersetzers oder der Übersetzerin.
Gewonnen haben den Preis zum Beispiel schon der Russe Michail Schischkin und sein deutscher Übersetzer Andreas Tretner, der Israeli Amos Oz und Mirjam Pressler, die Italienerin Fernanda Melchor und Angelica Ammar oder die Spanierin Cristina Morales und Friederike von Criegern.
Vertrauen und Preise
Ach, Sie erinnern sich nicht? Klickert es vielleicht, wenn Sie lesen, dass die Auszeichnung des HKW und der Stiftung Elementarteilchen im vergangenen Jahr an Mohamed Mbougar Sarr und sein Übersetzerduo Sabine Müller und Holger Fock ging? Davon war in diesem Mai sehr oft die Rede, vielmehr von dem Weg zu dieser Entscheidung. Zwei Jurorinnen wandten sich ein Jahr nach ihrer Mitarbeit in dem Preisgremium mittels eines Artikels in der Wochenzeitung Zeit an die Öffentlichkeit. Auch wenn sie beteuerten, nichts gegen das 2023 gewählte Buch „Die geheimste Erinnerung des Menschen“ vorbringen zu wollen, war ihnen so kurz vor Verkündung der neuen Shortlist wichtig mitzuteilen, dass sie das Prozedere bei ihren internen Jurysitzungen als höchst unangenehm empfunden haben. Es entspann sich eine Debatte über Vertrauen, Literaturpreise, ästhetische und politische Kriterien.
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132 Bücher haben die Verlage für dieses Jahr eingereicht. Eigentlich kommt zur Präsentation der Shortlist auch immer ein Teil der Jury. Darauf hat das Haus der Kulturen der Welt diesmal verzichtet, nur Schauspieler und Mitarbeiter der Einrichtung werden aus den Büchern lesen – wohl um nicht mit dem Streit um die Titel des Vorjahrs den neuen Jahrgang zu beschädigen.
Am 5. Juli wird um 19 Uhr im Haus der Kulturen der Welt das nächste Gewinner-Duo bekannt gegeben. Die sechs Bücher, die in der engeren Wahl sind, werden derzeit nicht nur auf der Website, sondern auch in ausgewählten Buchhandlungen und in Leserunden vorgestellt.
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