Kritik

Heftige Debatte um Leihmutterschaft: Jetzt äußert sich Jens Spahn

Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke wurden mit einer Leihmutter Eltern. Der CDU-Politiker steht seitdem in der Kritik. Jetzt äußert er sich erstmals.

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Jens Spahn (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, äußert sich zu der Kritik.

Jens Spahn (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, äußert sich zu der Kritik.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Der CDU-Politiker Jens Spahn hat sich erstmals zu der Kritik an seiner Entscheidung für die Nutzung einer Leihmutter geäußert. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Spahn und sein Ehemann Daniel Funke Eltern mithilfe einer Leihmutter in den USA wurden.

Dies sorgte für Debatten, da die Union anfang des Jahres einen Beschluss fasste, in dem Leihmutterschaft weiterhin abgelehnt wird. Im Podcast von Paul Ronzheimer äußerte sich Spahn am Freitag zu der Entscheidung.

Spahn: War „lange zerrissen“ zum Thema Leihmutterschaft

„Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht, lange zerrissen gewesen, aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen haben wir uns für diesen Weg entschieden“, so Spahn.

Spahn selbst sah die Leihmutterschaft in der Vergangenheit ebenfalls kritisch. „Es sind jetzt in den letzten Tagen auch Zitate von mir natürlich da, wie ich vor zehn, elf Jahren mich zu dem Thema geäußert habe, in den letzten Jahren“, so Spahn. Zu einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundesregierung im Jahr 2020 sagte er: „Das ist die Haltung der Regierung, nicht die persönliche Haltung des Ministers“. In der damaligen Antwort wurden seitens des Ministeriums negative Auswirkungen auf das Kindeswohl als Grund für die Ablehnung einer Legalisierung aufgeführt.

„Es hat eine ethische Dimension natürlich für die Frage des Kindes. Wir wollen und werden auch von Anfang an sehr transparent gegenüber dem Kind dabei sein“, so Spahn. In den USA suche sich die Leihmutter eher die werdenden Eltern aus. Die Leihmütter würden von Agenturen geprüft, er und sein Mann hätten sich mit verschiedenen Frauen unterhalten. „In den USA sind die Rahmenbedingungen so, dass ich damit auch gut umgehen kann, das verantworten kann“.

Spahn: CDU muss „sich der Debatte stellen“

Es gebe viele Fragen, die „Kollegen in der Fraktion, in der Partei“ müssten „sich der Debatte stellen“ - so auch er selbst. Zum Vorwurf der Doppelmoral sagte der CDU-Politiker: „Einerseits kann ich das nachvollziehen“. Es sei legitim, dass es eine Diskussion gebe. Er wolle auch politisch Paaren helfen, die einen Kinderwunsch haben. „Gleichzeitig gilt die Beschlusslage meiner Partei. Ich sehe es offenkundig anders, aber ich akzeptiere natürlich einen Mehrheitsbeschluss meiner Partei“.

„Also die Reproduktionsmedizin ist ein Bereich, der diskutiert wird und wo ich weiß und sehe natürlich, wir haben eine sehr klare Beschlusslage der Partei“, so Spahn weiter. Seinen persönlichen Weg wolle er jetzt in die Debatte um die Leihmutterschaft einbringen.

Bundeskanzler Friedrich Merz habe er in der letzten Sitzungswoche über seine Vaterschaft informiert.  „Er hat gratuliert, sich erstmal für uns persönlich gefreut“, so Spahn. Allerdings hätten er und der Kanzler auch darüber esprochen, dass „das keine einfache Ausgangslage ist“. Am Freitag teilte der Kanzler mit, dass in der nächsten CDU-Präsidiumssitzung über den Fall gesprochen werden soll.

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