Bauernpräsident Günther Felßner sollte der nächste Landwirtschaftsminister werden. Nun hat er bekannt gegeben, dass er auf das Amt verzichten wird. Die Besetzung für den Posten hatte Bayerns CSU-Chef Markus Söder bereits im Januar, lange vor der Bundestagswahl, verkündet. Landwirt und CSU-Mitglied Felßner, seit 2022 Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, solle die „Schalthebel der Macht“ in die Hand nehmen, so Söder damals. Weder die CDU noch die SPD schickten einen Konkurrenten ins Rennen. Die Sache schien klar.
Doch dann regte sich Protest. Die NGO Campact startete eine Petition, um zu verhindern, dass der „Cheflobbyist des Bayerischen Bauernverbands“ einen Ministerposten bekommt. Der Aufruf wurde in weniger als 48 Stunden von über 375.000 Personen unterzeichnet. Dann eskalierte die Lage.
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Am Montag besetzten Aktivisten den Bauernhof von Felßner. Laut Günther Felßner hatten seine Frau und ein Mitarbeiter während des Vorfalls „Angst um Leib und Leben“. Am Dienstag zog der Landwirt die Konsequenzen, erklärte, dass er auf das Amt des Landwirtschaftsministers verzichten wird. Der Schock über das Vorgehen der Aktivisten sitze noch immer tief, so Felßner.
Mitglieder der Protestgruppierung Animal Rebellion halten Schilder mit Porträts vom Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes Felßner in die Höhe.
© dpa
Aktivisten der Organisation Animal Rebellion sollen auf seinen Hof vorgedrungen sein und hätten dort auf dem Dach Bengalos entzündet. „Das macht etwas mit einem, wenn das Zuhause von deiner Frau, deinen drei Kindern und deinem Vater nicht mehr sicher ist“, sagte Felßner am Dienstag in München. Nach Angaben der Münchner Polizei sollen mehrere Personen angetroffen worden sein. Nun wird wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch ermittelt.
Die Frage danach, ob Felßner Rückhalt in der CSU verloren hat, kommentierte er mit dem Wort „Schwachsinn“. Der massive Protest entzündete sich unter anderem wegen seiner Äußerungen zur Klimapolitik. Seine Kritiker halten ihm vor, dass er Pestizide für unbedenklich und Nutztiere für klimaneutral halte.
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