Der bei einem Messerangriff in Mannheim verletzte Anti-Islam-Aktivist Michael Stürzenberger hat sich am Samstagmorgen aus dem Krankenhaus gemeldet. „Es war richtig knapp gestern“, schrieb Stürzenberger auf Telegram und postete ein Bild von sich im Krankenhausbett.
In dem Post beschreibt Stürzenberger seine Verletzungen: „Der Stich in den Oberschenkel traf Venen und verursachte erheblichen Blutverlust. Es gab noch einen zweiten Stich ins Bein oberhalb des Knies, glücklicherweise ohne die Sehne zu verletzen.“ Auch ins Gesicht sei er gestochen worden. „Ich habe Klammern im seitlichen Kiefer. Die Oberlippe wurde genäht, ich hatte eine klaffende offene Wunde bis zu den Zähnen.“ Er bedankte sich beim Krankenhauspersonal für die Behandlung.
Ein Mann aus Afghanistan hatte am Freitagvormittag Teilnehmer einer islamkritischen Kundgebung von der Pax-Europa-Bewegung, der Stürzenberger vorsteht, auf dem Marktplatz angegriffen und insgesamt sechs Menschen verletzt. Darunter neben Stürzenberger auch einen Polizisten, der nach Behördenangaben am Samstag noch „in höchster Lebensgefahr“ schwebte. Der Täter wurde von der Polizei niedergeschossen und operiert. Er sei zurzeit nicht vernehmungsfähig, hieß es am Samstagmorgen. Daher ließen sich auch zum Motiv noch keine Aussagen treffen.
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Trotz Angriff: Pax Europa will weiter öffentlich auftreten
Pax-Europa-Schatzmeisterin Stefanie Kizina sagte, die Attacke sei gezielt gegen Stürzenberger gerichtet gewesen. Auch nach dem Angriff in Mannheim will die islamkritische Bewegung Pax Europa bei weiteren Veranstaltungen öffentlich auftreten. Am kommenden Samstag (8. Juni) sei ein Stand an der Katharinentreppe in der Dortmunder Innenstadt geplant, sagte Kizina am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie gehe davon aus, dass die Polizei „sicher die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen wird“. Einen eigenen Sicherheitsdienst sehe Pax Europa nicht vor.
Das bei dem Angriff in Mannheim am Freitag verletzte Vorstandsmitglied Michael Stürzenberger werde „auf jeden Fall weiter machen“, betonte Kizina. Auch wenn er am Samstag wegen seiner Verletzungen wohl nicht dabei sein könne.
Pax Europa und Stürzenberger vom Verfassungsschutz beobachtet
Pax Europa macht auf seiner Website keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus – beiden schreibt die Organisation unter anderem „aggressive Verachtung und Intoleranz“ zu. Der bayerische Verfassungsschutz schrieb in seinem Bericht für das Jahr 2022 über Stürzenberger und den bayerischen Landesverband von Pax Europa, es lägen „tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür, dass diese „verfassungsschutzrelevante islamfeindliche Bestrebungen“ verfolgten, „die auf eine Abschaffung der Religionsfreiheit für Muslime gerichtet sind“.
Im jüngsten Bericht der Behörde für das Jahr 2023 tauchen Stürzenberger und die Organisation nicht mehr auf. Nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz liegt das aber nur daran, dass diese weniger aktiv seien. Sowohl Stürzenberger als auch der Landesverband Bayern würden weiter beobachtet. (mit dpa)
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