Nach Schießerei in Los Angeles

Ermittler rätseln über das Motiv

Nach der tödlichen Schießerei am internationalen Flughafen von Los Angeles haben die Ermittler am Samstag über das Motiv des Mannes gerätselt, der einen Menschen getötet hat und sieben verletzt.

BLZ
3 Min
Polizisten sichern am Flughafen von Los Angeles den Tatort ab. Ermittlungen laufen.

Polizisten sichern am Flughafen von Los Angeles den Tatort ab. Ermittlungen laufen.

© AFP/Robyn Beck Lizenz

Der Täter wurde nach FBI-Angaben als der 23-jährige Paul Anthony Ciancia identifiziert. Er tötete einen Sicherheitsbeamten und verletzte sieben weitere Menschen. Die Polizei eröffnete letztlich das Feuer und nahm ihn verletzt fest.

Zum Motiv des aus dem nordöstlichen Bundesstaat New Jersey stammenden und in Los Angeles lebenden Täters hieß es, ein extremistischer Hintergrund werde weder vermutet noch ausgeschlossen. Laut einem Bericht der „Washington Post“ teilte Ciancia seinem jüngeren Bruder mit, dass er sich etwas antun wolle. Sein Vater habe daraufhin die Polizei eingeschaltet.  

Der US-Fernsehsender NBC berichtete, der Schütze habe Verbindungen zur Behörde für Transportsicherheit (TSA) gehabt, für die auch der getötete Sicherheitsbeamte arbeitete. Ciancia habe aus Verärgerung über die Behörde gezielt auf deren Mitarbeiter geschossen. Die „Los Angeles Times“ berichtete, der 23-Jährige habe auf seinem Weg durch den Flughafen Menschen gefragt, ob sie der TSA angehörten. Wenn sie dies verneint hätten, sei er weiter gelaufen. Der Schütze schoss im Abflugbereich mit einem Sturmgewehr unter anderem auf einen 39-jährigen TSA-Mitarbeiter, der später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Zur Festnahme: Noch mehr als hundert Patronen übrig

Der Bürgermeister der Millionenstadt, Eric Garcetti, sagte, der Mann habe bei seiner Festnahme noch mehr als hundert Patronen gehabt. Damit hätten „buchstäblich alle Menschen in dem Terminal getötet“ werden können. Ohne die Flughafenpolizei hätte der Schaden weit größer sein können. Der Bürgermeister kündigte an, dass zu Ehren des getöteten TSA-Mitarbeiters die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gesetzt würden.

Der Chef der Flughafenpolizei, Patrick Gannon, sagte, vermutlich handele es sich um einen Einzeltäter. Zuvor hatte der Lokalsender CBS2 berichtet, dass ein zweiter Verdächtiger festgenommen worden sei. In der TSA-Geschichte war es das erste Mal, dass ein Mitarbeiter im Dienst getötet wurde. US-Präsident Barack Obama kondolierte und zeigte sich „besorgt“.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Polizisten das Flughafengelände durchkämmten und Krankenwagen vorfuhren. Hunderte Reisende wurden in Sicherheit gebracht. „Ich habe einen Knall gehört, und alle sind auf den Boden gehechtet“, sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender CNN. Ein anderer Reisender sagte der „Los Angeles Times“, er habe sich durch einen Notausgang auf das Rollfeld gerettet, als er die Schüsse gehört habe.

Nach den Schüssen wurde der Flugverkehr zunächst komplett eingestellt, etwa eine Stunde später landeten aber schon wieder Passagiermaschinen. Flugreisende mussten allerdings mit massiven Verspätungen rechnen. Insgesamt 750 Flüge waren auf unterschiedliche Weise von dem Vorfall betroffen.

Der Flughafen von Los Angeles ist mit mehr als 60 Millionen Passagieren jährlich einer der größten der Welt. Im Jahr 2002 hatte dort ein aus Ägypten stammender Mann auf einen Schalter der israelischen Fluglinie El Al geschossen, zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt, bevor er selbst erschossen wurde. (AFP)

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