UPDATE

Charlottenburg

Nach Raser-Unfall auf dem Tauentzien: 27-Jähriger stirbt in Klinik

In der Nacht zu Mittwoch verunglückte ein BMW mit einem ukrainischen Kennzeichen auf dem Tauentzien. Eine 18-Jährige starb am Unfallort, jetzt gibt es noch ein weiteres Todesopfer.

Team News BLZ/dpa
3 Min
Das Unfallauto am Berliner Tauentzien. Ein Mann ist nach dem Unfall im Krankenhaus verstorben.

Das Unfallauto am Berliner Tauentzien. Ein Mann ist nach dem Unfall im Krankenhaus verstorben.

© Schöning/imago

Nach dem Raser-Unfall auf der Tauentzienstraße in Charlottenburg ist ein weiterer Mensch gestorben. Wie die Berliner Polizei am Freitag mitteilte, erlag ein 27-Jähriger am Donnerstag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Er war Insasse des in der Nacht zu Mittwoch verunglückten Wagens. Bei dem Unfall war bereits eine 18-Jährige gestorben.

Der 27-Jährige war gemeinsam mit einem 25 Jahre alten Mann und einer 20-jährigen Frau bei dem Unfall in der Nacht zu Mittwoch zunächst verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Über den Zustand des 25-Jährigen und der 20-Jährigen war am Freitag nichts Weiteres bekannt.

Tödlicher Unfall nahe Kudamm - Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung 

Wer die Luxus-Sportlimousine zum Unfallzeitpunkt gefahren sei, stehe bislang nicht fest, hatte eine Polizeisprecherin am Donnerstag gesagt. Der BMW mit einem ukrainischen Nummernschild war gegen eine Betonbegrenzung in der Mitte der Straße geprallt und in Brand geraten. Der Unfall war so schwer, dass die Feuerwehr zwei eingeklemmte Insassen mit lebensgefährlichen Verbrennungen aus dem Autowrack befreien musste. Nur ein Mensch konnte sich selbst schwer verletzt selbst aus dem brennenden Auto befreien. 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung. Außerdem werde wegen eines illegalen Autorennens ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Ermittler gehen von einem „Alleinrennen“ aus, das Auto soll zu schnell unterwegs gewesen sein. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war kein anderes Fahrzeug beteiligt.

Tauentzienstraße in Berlin ist ein Raser-Hotspot

Der Unfallort liegt mitten in der westlichen Berliner Innenstadt nahe dem Luxuskaufhaus Kadewe und der Gedächtniskirche. Raser sind dort als Problem bekannt. Ein besonders dramatischer Fall hatte im Februar 2016 für Schlagzeilen gesorgt. Damals war ein unbeteiligter Fahrer durch einen Unfall bei einem illegalen Autorennen getötet worden. Einer der beiden Fahrer wurde wegen Mordes verurteilt, der Zweite wegen versuchten Mordes.

Seit Oktober 2017 sind verbotene Kraftfahrzeugrennen eine Straftat, zuvor wurden sie als Ordnungswidrigkeit geahndet. Seitdem kann schon die Teilnahme an solchen Rennen mit Haftstrafen geahndet werden. Vorher gab es nur Geldbußen. Zudem entschied der Bundesgerichtshof 2021, dass auch eine Fluchtfahrt vor der Polizei als verbotenes Kraftfahrzeugrennen gelten kann.

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema