Wahl-Reaktionen

Nach Stichwahl in Türkei Autokorso am Berliner Ku'damm

Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan hat die Stichwahl in der Türkei für sich entschieden. In Berlin feiern das Hunderte Anhänger auf dem Ku'damm. Die Polizei mu...

dpa
2 Min
Auf einem Balkon in der Nähe vom Kottbusser Tor hängt eine türkischen Flagge.

Auf einem Balkon in der Nähe vom Kottbusser Tor hängt eine türkischen Flagge.

© Annette Riedl/dpa

Als einige der Anwesenden auf das Baugerüst an der Gedächtniskirche geklettert seien, sei die Polizei eingeschritten. Nach Angaben der Polizeisprecherin wurde eine Körperverletzung registriert. Ein Mensch sei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Gegen 23.00 Uhr habe der Veranstalter die Spontanversammlung aufgelöst. Danach hätten die Menschen den Platz nach und nach verlassen. Etwa 150 Polizistinnen und Polizisten waren laut Behörde vor Ort.

Der 69 Jahre alte Erdogan hatte am Sonntag die Stichwahl gegen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (74) für sich entschieden. Erdogan erhielt nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlbehörde rund 52 Prozent der Stimmen, Kilicdaroglu rund 48 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 85 Prozent.

Zum Wahlsieg Erdogans haben auch die Wähler in Deutschland beigetragen. Eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten stimmte für den Amtsinhaber. Beim Stand von rund 95 Prozent der ausgezählten Wahlurnen aus Deutschland kam der Amtsinhaber bei dieser Gruppe auf 67,4 Prozent der Stimmen, wie aus Zahlen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hervorging. Offizielle Zahlen der Wahlbehörde zum Ergebnis der Stichwahl in Deutschland lagen zunächst nicht vor.

„Wir sind nicht glücklich“, sagten die Türkinnen Cansa und Billur (beide 30) in einer Kneipe am Kottbusser Tor am Sonntagabend als erste Ergebnisse vorlagen und sich ein Sieg Erdogans abzeichnete. „Wir hatten große Hoffnungen für die Opposition.“ Beide leben nach eigenen Angaben in Berlin und sind zur Wahl gegangen.

Neben den rund 61 Millionen Menschen in der Türkei waren rund 3,4 Millionen im Ausland lebende Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. In Deutschland sind rund 1,5 Menschen gemeldet, die sich an der Wahl beteiligen durften.

In der Hauptstadt nahmen etliche Türkinnen und Türken sowie Deutschtürken mit doppelter Staatsbürgerschaft aus Berlin und Brandenburg die Möglichkeit wahr, ihre Stimme abzugeben. Bei der Stichwahl war dies vom 21. bis 24. Mai möglich. Vor dem Generalkonsulat an der Heerstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf hatten sich lange Schlangen gebildet.

  • [object Object]
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema