Gericht

Nach tödlichem Schuss auf Kamerafrau: Prozess gegen Alec Baldwin beginnt

2021 stirbt eine Kamerafrau bei den Dreharbeiten zu „Rust“. Alec Baldwin hantierte mit der Waffe. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 18 Monate Haft.

Team News AFP/dpa/BLZ
3 Min
Alec Baldwin am Set in seinem Kostüm für den Film „Rust“.

Alec Baldwin am Set in seinem Kostüm für den Film „Rust“.

© ZUMA Press Wire Service/dpa

Nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau bei Dreharbeiten zu einem Western vor drei Jahren beginnt am Dienstag der Prozess gegen Schauspieler Alec Baldwin. Am zuständigen Gericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico werden zunächst die Geschworenen ausgewählt, am Mittwoch sollen dann die ersten Anhörungen stattfinden. Bei einer Verurteilung drohen Baldwin bis zu 18 Monate Haft.

Für den Prozess hat die zuständige Richterin knapp zwei Wochen angesetzt. Im Zeugenstand werden unter anderem Filmschaffende, Ermittler und Waffenexperten erwartet. Baldwin hatte in Interviews beteuert, dass er den Abzug der Waffe nicht betätigt habe. Der tödliche Schuss löste sich bei der Probe für eine Szene. Bei der Anklage im vorigen Januar plädierte der Schauspieler auf „nicht schuldig“.

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Alec Baldwins Anwälte versuchten Prozess noch abzuwenden

Baldwin beteuert, ihm sei versichert worden, dass die Waffe nicht scharf war. Der Schauspieler und Produzent beharrt zudem darauf, er habe den Abzug nicht betätigt – ein Argument, das die Staatsanwaltschaft als „auf den ersten Blick absurd“ bezeichnet. Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI ergaben der Anklagebehörde zufolge, dass die Waffe ohne Druck auf den Auslöser nicht hätte betätigt werden können. Baldwin habe „schamlos“ über sein Verhalten gelogen, lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Die Anwälte des Schauspielers hatten versucht, einen Prozess abzuwenden. Sie argumentierten unter anderem, das FBI habe die Pistole bei ihren Untersuchungen beschädigt und die Ergebnisse seien somit nicht zuverlässig. Die Richterin wies dies zurück.

Baldwins Verhalten am Filmset soll „verantwortungslos“ gewesen sein 

Die Anklagebehörde wird bei ihren Darlegungen vor Gericht vermutlich argumentieren, verantwortungsloses Verhalten Baldwins am Set habe zu dem Unfall geführt. Der Schauspieler habe die an dem Filmdreh Beteiligten regelmäßig grundlos beschimpft oder vor sich hingeflucht, schrieb Staatsanwältin Kari Morrissey in einem Gerichtsdokument. Zudem habe er als Produzent großen Druck ausgeübt, den Film so schnell wie möglich fertigzustellen.

Im Oktober 2021 war die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins am Set des Low-Budget-Westerns „Rust“ durch eine Kugel aus einer von Baldwin gehaltenen Pistole tödlich getroffen worden. Die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed wurde deshalb bereits der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen und zur Höchststrafe von 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Wie genau es dazu kam, dass die Waffe mit scharfer Munition geladen war, ist aber bis heute unklar.

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