Grönlands regierende Siumut-Partei plant, nach den Parlamentswahlen im nächsten Monat eine Abstimmung über die Unabhängigkeit abzuhalten, wie sie am Donnerstag bekannt gab. Die Ankündigung folgt auf Donald Trumps Äußerungen, er wolle, dass die USA die Kontrolle über die halbautonome dänische Insel erlangen, ohne dabei den Einsatz militärischer Mittel auszuschließen.
Die Volksvertretung in der Hauptstadt Nuuk stimmte am Dienstag dem Vorschlag des Regierungschefs Múte B. Egede zu, am 11. März ein neues Parlament zu wählen. Die Bestrebungen Grönlands, unabhängig zu werden, sowie das künftige Verhältnis zu Dänemark und den USA sind die wichtigsten Wahlkampfthemen.
Grönland: Unabhängigkeitsreferendum „innerhalb der nächsten Wahlperiode“
Die Regierungspartei Siumut will sich nun auf einen Artikel in einem Gesetz aus dem Jahr 2009 berufen, der Grönland mehr Autonomie gewährt, einschließlich des Rechts, über die vollständige Unabhängigkeit zu verhandeln, wie eine Parteisprecherin gegenüber Reuters erklärte. „Solange unser Land nicht den Status eines unabhängigen Staates erreicht hat, werden unsere Möglichkeiten, offiziell an Verhandlungen teilzunehmen, begrenzt sein“, sagte Doris Jensen. Auch Siumut-Parteivorsitzender Erik Jensen, sagte dem dänischen Rundfunk DR, er erwarte, dass die Abstimmung über die Unabhängigkeit „innerhalb der nächsten Wahlperiode“ stattfinden werde, wollte sich aber nicht näher dazu äußern.
Alle fünf politischen Parteien im Parlament sind gegen einen Beitritt Grönlands zu den USA. Einer Meinungsumfrage zufolge will eine große Mehrheit der Grönländer ebenfalls nicht, dass die arktische Insel Teil der USA wird.
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Grönlands Regierungschef: „Wir wollen keine Amerikaner sein“
Das geografisch zu Nordamerika gehörende Grönland war im 18. Jahrhundert von Dänemark kolonisiert worden und hat seit dem Jahr 1979 einen Autonomiestatus, der 2009 erweitert wurde. Dänemark ist allerdings noch unter anderem für Justiz- und Währungsfragen sowie die Außen- und Sicherheitspolitik zuständig. Grönland ist reich an natürlichen Ressourcen wie Öl, Gas, Gold, Diamanten, Uran, Zink und Blei. An der Nordwestküste des Gebiets befindet sich seit dem Kalten Krieg ein Stützpunkt der US-Armee.
Schon während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Donald Trump die Absicht einer Übernahme Grönlands formuliert, was Dänemark und Grönland jedoch zurückgewiesen hatten. Auch infolge der jüngsten Äußerungen Trumps betonte Grönlands Regierungschef Múte B. Egede: „Wir wollen keine Amerikaner sein.“ (mit AFP)
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