Eine gemeinsame Militärübung der USA und Südkorea wird auf Wunsch Washingtons deutlich verkürzt. Statt der ursprünglich geplanten elf Tage endet das Manöver bereits nach fünf Tagen. Das teilten der Generalstab Südkoreas und ein Vertreter des Pentagons laut Reuters mit.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag auf Truth Social erklärt, er habe den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, die „gemeinsamen Militärübungen erheblich zu reduzieren“. Als Begründung nannte er seine „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.
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Übung deutlich reduziert
Trump schrieb, die Militärübung sende ein „völlig unangemessenes und feindseliges“ Signal an Nordkorea. Er kritisierte zudem die Kosten der Übungen und erklärte, Nordkorea habe sich, solange er Präsident sei, „nicht bedrohlich und respektvoll“ verhalten. Der US-Präsident verwies außerdem auf die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung Seouls im Iran-Krieg.
Die Übung mit dem Namen „Ulchi Freedom Shield“ begann laut Reuters am 17. August. Sie sollte ursprünglich bis zum 27. August laufen, endet nun aber bereits am 21. August.
Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums erklärte dem Bericht zufolge, man habe die Übung und die damit verbundenen Live-Trainings deutlich reduziert. Einzelne Ereignisse seien gestrichen oder in Simulationen umgewandelt worden. Die wesentlichen Trainingsziele blieben demnach erhalten.
Außenminister: „Wir wurden nicht im Voraus benachrichtigt“
Die südkoreanische Regierung wurde nach eigenen Angaben nicht vorab über Trumps Anweisung informiert. Außenminister Cho Hyun sagte laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap vor einem Parlamentsausschuss: „Weder unsere Regierung noch US-Vertreter wussten, was Präsident Trump auf Truth Social schrieb. Wir wurden nicht im Voraus benachrichtigt.“
Cho sagte jedoch auch, dass Verteidigungsminister Ahn Gyu-back in „enge Konsultationen“ mit der US-Seite eingebunden gewesen sei. „Da unser Verteidigungsminister an den Gesprächen beteiligt war, glaube ich nicht, dass es sich um eine einseitige Benachrichtigung handelt“, sagte er.
Bericht: Trump strebt Treffen mit Kim Jong-un an
Nordkorea verurteilte die Übungen laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA erneut. In einem Kommentar bezeichnete Pjöngjang die USA und Südkorea als „Kriegstreiber“, erwähnte laut Reuters aber weder Trump noch dessen Anweisung.
Südkoreas Präsident Lee Jae-myung betonte laut CNN am Dienstag, die Übung sei defensiv und nicht darauf ausgerichtet, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu erhöhen.
Das Wall Street Journal hatte am Dienstag unter Berufung auf US-Quellen berichtet, dass Trump ein persönliches Treffen mit Kim Jong-un möglicherweise schon in diesem Herbst anstrebe. Reuters konnte den Bericht nach eigenen Angaben zunächst nicht überprüfen.
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