Neue deutsche Literatur

„Nach uns der Himmel“, ein Roman zwischen Diesseits und Jenseits von Simone Buchholz

Hier geht nichts mit rechten Dingen zu: Vier Paare sind nach einem holprigen Flug auf einer Mittelmeerinsel sehr nah an einem schwarzen Loch. Die Literaturkritik.

Sylvia Staude
4 Min
Simone Buchholz, Autorin von „Nach uns der Himmel“, ist auch bekannt durch Kriminalromane.

Simone Buchholz, Autorin von „Nach uns der Himmel“, ist auch bekannt durch Kriminalromane.

© Gerald von Foris

Die acht Menschen, die am Mittelmeer Urlaub machen wollen, sind noch etwas erschüttert von der holprigen Landung ihres Ferienfliegers. Aber jetzt können sie sich ja erholen. Oder es zumindest versuchen, denn für Vincent, Sohn von Sara und Marc, und seine Eltern wird es der letzte gemeinsame Urlaub sein – der Teenager hat noch maximal ein Jahr zu leben, es kann auch viel weniger sein. Das erzählt er Heidi, die er dort kennengelernt hat. Schon aus dem Grund kennengelernt, weil die Menschen um sie herum die beiden penetrant ignorieren. Die Frau am Mietwagen-Schalter schaut durch Heidi hindurch, als wäre sie Luft. Der Kellner reagiert auf keine Zeichen.

Der Leserin, dem Leser ist zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass Vincent sich um seine Krankheit und sein Sterben keine Gedanken mehr machen muss. Aber beim Lesen hat man ja auch den Vorteil, demjenigen in den Kopf gucken zu können, der die Sache in der, hm, Verwaltung?, vermasselt hat. Und bei dem auch sofort „die Inspektorin“ mit einer Akte und schlechter Laune auftaucht.

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