Nahostkonflikt

Nach US-Intervention: Putin verspricht Iran Russlands Unterstützung

Bei einem Treffen mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi stellt sich Wladimir Putin im Nahostkonflikt auf die Seite des Irans. Doch viele Fragen bleiben offen.

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Russlands Präsident Wladimir Putin und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Treffen am Montag.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Treffen am Montag.

© Alexander Kazakov/AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Iran angesichts der Luftangriffe Israels und der USA die Unterstützung seines Landes zugesagt. Nach dem massiven US-Bombardement auf Atomanlagen im Iran empfing der Kremlchef in Moskau den iranischen Außenminister, Abbas Araghtschi. „Diese absolut grundlose Aggression gegen den Iran hat keine Grundlage oder Rechtfertigung“, sagte Putin bei dem Treffen mit dem iranischen Außenminister laut einem Transkript ihres Gesprächs auf der Internetseite des Kremls.

„Wir haben mit dem Iran lange, gute, zuverlässige Beziehungen. Wir werden von unserer Seite Anstrengungen unternehmen, um dem iranischen Volk beizustehen“, sagte Putin. Worin diese Unterstützung bestehen könnte, sagte der russische Präsident allerdings nicht. Auch sein Sprecher Dmitri Peskow sagte, es hänge davon ab, was der Iran brauche. Russland hat seine Vermittlung in dem eskalierenden Konflikt angeboten. Der Iran ist ein enger Verbündeter Moskaus und liefert auch Kampfdrohnen für Putins Krieg gegen die Ukraine.

Am Freitag noch hatte Putin auf die Frage, warum Russland den Iran nicht stärker unterstütze, zu bedenken gegeben, dass es viele russischsprachige Menschen in Israel gebe. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass sagte er auf einer Pressekonferenz, dass der Kreml „traditionell gute und freundschaftliche Beziehungen mit der arabischen Welt pflegt. Es ist hier gesagt worden, dass wir eine gewisse Solidarität zeigen müssen – und das ist wahr. Aber auf jeden Fall ist jeder Konflikt etwas Einzigartiges. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass in Israel fast zwei Millionen russischsprachige Menschen leben; es ist heute fast ein russischsprachiges Land.“

Wie wahrscheinlich ist ein Eingreifen Russlands in den Nahost-Konflikt?

Teheran gilt zwar als wichtiger Verbündeter Moskaus in der Region, doch ein Eingreifen im aktuellen Konflikt halten viele Experten für unwahrscheinlich. Russland produziert demnach inzwischen selbst die iranischen Shahed-Drohnen, die die russische Armee im Ukrainekrieg einsetzt. Außerdem sind viele russische Kräfte im dortigen Krieg gebunden

In der Nacht zum Sonntag hatten sich die USA in den Konflikt im Nahen Osten eingeschaltet und die iranischen Atomanlagen in Natans und Isfahan im Zentrum des Iran sowie die unterirdische Anlage Fordo im Süden angegriffen. Das Pentagon gab an, das iranische Atomprogramm dabei „zerstört“ zu haben. Experten zufolge ist es derzeit jedoch schwierig, das genaue Ausmaß der Auswirkungen der Angriffe festzustellen. Die gegenseitigen Angriffe zwischen dem Iran und Israel wurden am Montag fortgesetzt. 

Wie genau der Iran auf die US-Intervention reagieren wird, ist derzeit noch unklar. Der Iran drohte jedoch mit deutlichen Konsequenzen. (mit AFP/dpa)

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