Politiklandschaft

Nach Wahlschlappe für Reichinnek: Parteikollegin Schwerdtner sauer – „Opposition geschwächt“

Linken-Fraktionsvorsitzende Reichinnek fällt bei der Wahl der Geheimdienst-Kontrolleure durch. Parteikollegin Schwerdtner zeigt sich empört – und droht mit Konsequenzen.

Maria Windisch Team News maw
3 Min
Heidi Reichinnek (l.), Fraktionsvorsitzende Die Linke im Bundestag, neben Ines Schwerdtner (r.), Parteivorsitzende.

Heidi Reichinnek (l.), Fraktionsvorsitzende Die Linke im Bundestag, neben Ines Schwerdtner (r.), Parteivorsitzende.

© dpa

Die Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat scharfe Kritik daran geübt, dass weder sie noch ihre Genossinnen Tamara Mazzi und Heidi Reichinnek in parlamentarische Kontrollgremien gewählt wurden. Nach Ansicht Schwerdtners wird dadurch die Rolle der Opposition erheblich geschwächt. „Sollen sie sehen, wie sie zukünftig auf 2/3-Mehrheiten kommen, wenn sie sie brauchen“, schrieb die Vorsitzende der Partei.

Mit dem Posting auf X nahm sie Bezug zur Wahl für das Bundestagsgremium zur Kontrolle der Geheimdienste (PKGr). Parteikollegin und Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek scheiterte am Donnerstag bei der Wahl der Geheimdienst-Kontrolleure.

Die Abgeordneten wählten die von Union, SPD und Grünen vorgeschlagenen Mitglieder in das Gremium, Reichinnek und die beiden von der AfD vorgeschlagenen Abgeordneten verfehlten hingegen die nötige Stimmenmehrheit.

Was macht das PKGr?

Damit ist das PKGr deutlich kleiner als noch in der vergangenen Legislaturperiode. Ohnehin wurde es von 13 auf nun wieder neun Mitglieder reduziert, ohne Reichinnek und die beiden AfD-Politiker Martin Hess und Gerold Otten sind es nun noch sechs. Für die Union sitzen künftig Heiko Hain (CSU), Marc Henrichmann und Alexander Throm (beide CDU) in dem Gremium, für die SPD Daniel Baldy und Sonja Eichwede, für die Grünen Konstantin von Notz.

Das PKGr überwacht die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes, des Militärischen Abschirmdienstes und des Bundesamts für Verfassungsschutz. Die Bundesregierung muss das Gremium über die Tätigkeiten der Nachrichtendienste und über Vorgänge von besonderer Bedeutung unterrichten. Das PKGr kann wiederum Berichte über weitere Vorgänge verlangen und hat Akten- und Dateieneinsicht. Die Mitglieder dürfen außerdem Angehörige der Nachrichtendienste befragen und haben Zutritt zu allen Dienststellen der drei Nachrichtendienste.

Linken-Politiker empört: „Partei- und personalpolitisches Machtspiel“

An der Nominierung Reichinneks für das Gremium hatte es vor der Abstimmung Kritik gegeben, vor allem aus der CSU. Weil für die Wahl die absolute Mehrheit nötig ist, war sie auch auf Stimmen aus der Union angewiesen.

Die Linke kritisierte die Nicht-Wahl Reichinneks scharf. „Die Union hat aus der Wahl zu diesem wichtigen Gremium ein partei- und personalpolitisches Machtspiel gemacht“, erklärte Co-Fraktionschef Sören Pellmann. CDU/CSU hätten „vorab eine über Parteigrenzen hinweg anerkannte und beliebte Politikerin öffentlich diskreditiert“.

Pellmann warf der Union vor, mit ihrer Entscheidung „einem Teil der demokratischen Opposition ihren wichtigen und ihr zustehenden Platz im Kontrollgremium verweigert“ zu haben. „Dieser Umgang ist unter demokratischen Parteien und dem Gremium gegenüber unwürdig.“ Der Linken-Politiker betonte: „Wie die Union sich zukünftig Zwei-Drittel-Mehrheiten ohne Die Linke beschaffen will, ist fraglich.“ (mit AFP.)

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