Ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Koalition hat der ARD-DeutschlandTrend am Donnerstag einen tiefen Vertrauensverlust der Bevölkerung aufgezeigt. Die AfD wird in der von den Tagesthemen beauftragen Umfrage erstmals stärkste Kraft, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht den schlechtesten Wert eines amtierenden Kanzlers.
Käme es am Sonntag zur Bundestagswahl, erhielte die AfD laut der von Infratest Dimap durchgeführten Umfrage 27 Prozent der Stimmen und damit plus zwei Prozentpunkte im Vergleich zum April. Die Union folgt mit 24 Prozent, die SPD verharrt bei 12 Prozent. Die Grünen kommen auf 15 Prozent, die Linke auf 10 Prozent. Die FDP erreicht vier Prozent , das BSW drei Prozent.
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Tiefpunkt für die Bundesregierung und den Kanzler
Mit der Arbeit der Bundesregierung sind nur noch knapp ein Sechstel der Befragten zufrieden, 86 Prozent sind unzufrieden. Niedrigere Werte gab es in der ARD-Umfrage bislang nur dreimal: bei Rot-Grün im November 2003 und März 2004 sowie bei Schwarz-Gelb im Juni 2010. Im Mai 2025 war die Koalition noch mit 42 Prozent Zustimmung gestartet. 87 Prozent sind unzufrieden damit, wie die Regierung ihre Politik vermittelt, 84 Prozent kritisieren den Umgang der Koalitionspartner untereinander.
Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sind laut Umfragewerten nur noch 16 Prozent zufrieden, nach 39 Prozent im Juni 2025. Es ist der bislang schlechteste Wert eines amtierenden Bundeskanzlers in der Erhebung. 82 Prozent halten Merz' Kommunikation für nicht überzeugend, 69 Prozent sehen ihn dem Kanzleramt nicht gewachsen. Unter Anhängern der Union halten ihn 67 Prozent für seinem Amt gewachsen.
44 Prozent der Wahlberechtigten sprechen sich dafür aus, dass Schwarz-Rot bis zum Ende der Legislaturperiode weiterregiert, 49 Prozent sind dagegen. Für die Erhebung befragte infratest dimap vom 4. bis 6. Mai 2026 insgesamt 1303 Wahlberechtigte.
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