Splitter von den Brecht-Tagen: An vier Abenden vor Brechts Geburtstag versammelte das Literaturforum im Brecht-Haus und im Berliner Ensemble fünf Zünfte. "Satt bin ich zwar", verkündete der Lektor Albrecht Kloepfer am Abend der Editoren. Dennoch müsse er nach der nahrhaften Lektüre der neuen Berliner und Frankfurter Brecht-Edition "über den Nachtisch klagen". Mit ihm fochten Werner Hecht und Jan Knopf den Papierkrieg bis ins philologische Detail aus. In den tiefen Wassern der Brecht-Forschung verlor sich auch der Abend der Biographen, ein Darsteller fehlte: John Fuegi. Der Autor Klaus Walter fragte am Abend der Musiker, warum der seiner Meinung nach rechts eingestellte Hans-Jürgen Syberberg beim Abend der Filmemacher auf dem Podium sitzen werde. Eine Antwort erwartete und bekam Walter nicht.Brecht "haßte Kniehosen. Aber der Pfarrer im "Hofmeister", der durfte sie tragen." Niemand erzählt so schön von des Meisters Eigenheiten wie sein erster Assistent Egon Monk. Gemeinsam mit seinem letzten Nachfolger Peter Voigt und Hans-Jürgen Syberberg untermalte der heutige Regisseur am Montag abend filmische Zeugnisse Brechtschen Schaffens.Sieben Dichter aus Sachsen Volker Braun, Peter Gosse, Rainer Kirsch, Wulf Kirsten, Karl Mickel, Thomas Rosenlöcher und B.K.Tragelehn stöberten nach dem Brechtischen in ihren Werken. Herausgekommen sind zwei Stunden in der Nacht, die wie im Flug vergingen. Voll "Zitatenklau" und Anspielungen, aber ebenso mit einem deutlichen lauten Augenzwinkern und mit viel Parteinahme für das Recht der Politik in der Poesie. Die Brecht-Tage dauern noch bis zum Donnerstag.
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