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Ukraine-Krieg

Trotz „historischer“ Nato-Zusage: Ukrainische Gegenoffensive in diesem Jahr wohl nicht möglich

Laut einem Bericht der New York Times könnte es Monate dauern, bis die vom Westen zugesagte Militärhilfe eintrifft. Die Ukraine werde weiter „in der Defensive bleiben“.

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Die Zusagen gehen bei weitem nicht so weit, wie es sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gewünscht hätte.

Die Zusagen gehen bei weitem nicht so weit, wie es sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gewünscht hätte.

© Rick Bowmer/AP/dpa

Lässt die Nato die Ukraine im Stich? Die Frage mag überspitzt sein, aber: Was das westliche Militärbündnis auf seinem jüngsten Gipfel beschlossen hat, behindert einem Bericht zufolge die Pläne der Ukraine für einen neuen Versuch einer „Gegenoffensive“. Es würde „Wochen, wenn nicht Monate“ dauern, bis die von den USA und europäischen Ländern versprochenen Raketen, Kampffahrzeuge, Munition und Luftabwehrsysteme die Front erreichen würden, berichtet die New York Times. Trotz zusätzlicher Waffen und Sicherheitshilfe in Milliardenhöhe sei mit einer ukrainischen „Gegenoffensive“ nicht vor dem nächsten Jahr zu rechnen.

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„Für mich persönlich ist das eine große Enttäuschung, weil die Ukrainer erwarten, dass diese Güter kommen, dass diese militärische Ausrüstung die Ukraine erreicht, aber das passiert nicht“, sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda der New York Times.

Ein hochrangiger Nato-Vertreter bestätigte der Zeitung, dass die versprochene Unterstützung die Ukraine in die Lage versetzen werde, Russland „im nächsten Jahr“ zurückzudrängen. Ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter sagte zudem, die Ukrainer würden in den nächsten sechs Monaten „in der Defensive bleiben“, aber auf dem Schlachtfeld in ständiger Unruhe verharren, ohne letztlich nennenswerte Geländegewinne erzielen zu können. 

Auch wenn der amerikanische Präsident Joe Biden die Unterstützung auf dem Nato-Gipfel als „historisch“ bezeichnete: Die meisten Zusagen sind nicht neu und gehen aus ukrainischer Sicht längst nicht so weit, wie es sich Präsident Wolodymyr Selenskyj gewünscht hätte. Der deutsche Beitrag etwa ist nach Angaben aus Kreisen der Bundesregierung eines von drei bereits gelieferten „Patriot“-Systemen.

Auch Rumänien und die Niederlande hatten bereits Beiträge in Aussicht gestellt. Darüber hinaus haben zwar weitere Verbündete neue Unterstützung zugesagt, aber es ist unklar, wann das Material geliefert wird.

Zudem sind sich die westlichen Verbündeten noch immer nicht einig, ob die von ihnen gelieferten Waffen auch für Schläge tief auf russischem Territorium eingesetzt werden sollten. Das ukrainische Militär setzt bereits Drohnen aus der eigenen Rüstungsindustrie ein, um Ziele in Russland, zum Beispiel Ölraffinerien, anzugreifen.

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