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Ukrainekrieg

„Entscheidende Phase“ im Krieg: Nato und Ukraine treffen sich zu Krisengesprächen

Der russische Hyperschallraketenangriff verstärkt Befürchtungen, dass der Ukrainekrieg „sehr dramatische Dimensionen“ erreicht hat.

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Nato-Generalsektretär Mark Rutte vor einer Pressekonferenz

Nato-Generalsektretär Mark Rutte vor einer Pressekonferenz

© Nicolas Tucat/AFP

Nach dem russischen Hyperschallraketenangriff auf die ukrainische Stadt Dnipro werden sich Vertreter der Nato und Ukraine am Dienstag zu Krisengesprächen treffen. Das meldet unter anderem die Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Der Raketenangriff habe Befürchtungen verstärkt, dass der Krieg in eine „entscheidende Phase“ eintritt, so der polnische Premierminister Donald Tusk. Er sagte, die Situation habe „sehr dramatische Dimensionen“ erreicht.

Das ukrainische Parlament hatte für Freitag eine Sitzung abgesagt, da die Sicherheitsmaßnahmen nach dem russischen Angriff auf eine Militäranlage in Dnipro am Donnerstag verschärft wurden.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte daraufhin in einer Fernsehansprache an die Nation, dass der Raketenangriff eine direkte Vergeltung für den Einsatz amerikanischer und britischer Langstreckenwaffen durch die Ukraine sei. Der Ukrainekrieg habe „Elemente eines globalen Charakters“ erhalten, so Putin. 

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Moskau mitgeteilt, die russische Luftabwehr habe am Mittwoch zwei von der Ukraine abgefeuerte britische Storm-Shadow-Marschflugkörper abgeschossen. Erst am Vortag hatte die ukrainische Armee erstmals amerikanische ATACMS-Raketen auf russischem Territorium eingesetzt und dabei ein Militärlager in Brjansk getroffen.

Putin: Hyperschallrakete Oreschnik geht in Serienproduktion

Bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Militärvertretern machte Putin am Freitag klar, die neueste Rakete Oreschnik weiter einsetzen zu wollen. „Wir werden diese Tests fortsetzen, auch in Kampfsituationen, abhängig von der Situation und der Art der Bedrohungen für die Sicherheit Russlands.“ Putin habe die Serienproduktion der Waffe angeordnet, die laut seinen Aussagen eine „besondere Stärke und Kraft“ hat.

Putin behauptete, westliche Luftabwehrsysteme seien machtlos, die neue Rakete zu stoppen. Ukrainische Militärbeamte teilten laut der Nachrichtenagentur AP mit, dass die Rakete, die Dnipro traf, eine Geschwindigkeit von Mach 11 erreicht habe. Sie sei mit sechs nichtnuklearen Sprengköpfen bestückt gewesen, von denen jeder sechs weitere Munitionen freigesetzt habe. „Niemand auf der Welt besitzt solche Waffen“, sagte er.

„Früher oder später werden auch andere führende Länder sie bekommen. Wir wissen, dass sie sich in der Entwicklung befinden.“ Aber er fügte hinzu, es gebe „einen Vorrat solcher Systeme, der einsatzbereit ist“. Putin sagte, obwohl es sich nicht um eine Interkontinentalrakete handele, sei sie so mächtig, dass der Einsatz mehrerer mit konventionellen Sprengköpfen ausgestatteter Raketen bei einem Angriff ebenso verheerend sein könne wie ein Angriff mit strategischen – oder nuklearen – Waffen.

Die USA und die Ukraine teilten mit, Russland habe nur wenige dieser Raketen. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, Kyrylo Budanow, sagte, ukrainischen Informationen vom Oktober zufolge sollten zunächst „zwei Prototypen“ hergestellt werden.

Ist die neue Rakete eine Gefahr für Europa?

„Ausgehend von den gestellten Aufgaben und der Reichweite dieser Waffe, kann sie Ziele auf dem ganzen Gebiet Europas angreifen, was sie vorteilhaft von anderen Arten von hochpräzisen Waffen großer Reichweite unterscheidet“, sagte der Chef der strategischen Raketenstreitkräfte Russlands, Sergej Karakajew, laut russischen Nachrichtenagenturen bei der Sitzung mit Putin.

Das Raketensystem könne sowohl mit konventionellen als auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden, sagte der hochrangige General. Seinen Angaben nach ist die Rakete von der Flugabwehr nicht aufzuhalten. Zuvor hatte Putin in seiner Rede vor den Militärs und Rüstungsbeamten erklärt, dass die neue Rakete in Serie gefertigt werden solle.

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