Nazi-Schatz im Stolpsee

Schatzsucher fischen im Trüben

Die Suche nach einem angeblich verborgenen Nazi-Schatz in Nordbrandenburg erregte viel Aufsehen. Nun muss das Expeditionsteam seine Schlappe eingestehen: Bis auf alte Weltkriegsmunition wurde nichts im Schlamm gefunden.

Haiko Prengel
2 Min
Das Kabel eines Schlepp-Magnetometers im Wasser.

Das Kabel eines Schlepp-Magnetometers im Wasser.

© dpa Lizenz

Der Israeli Yaron Svoray hatte im Stolpsee in diesem Jahr mehrmals tauchen lassen. Boote mit Sonden wurden zu Wasser gelassen, das Aufsehen war groß. Der Expeditionsleiter vermutet auf dem Grund des Sees einen bedeutenden Nazi-Schatz. Der Legende nach ließ Reichsmarschall Hermann Göring dort im Frühjahr 1945 Gold und Platin versenken, um die geraubten Reichtümer vor den anrückenden Sowjets zu retten. Später ließ unter anderem die DDR-Staatssicherheit nach dem Schatz suchen - ohne Erfolg.

Er habe „Beweise“, dass im April 1945 schwere Kisten zum Stolpsee geschafft worden seien, sagte Svoray im Sommer. Experten werteten für ihn eine dreidimensionale Karte vom Seegrund aus. Bei der Suchaktion im Oktober seien unter anderem israelische Kampftaucher und ein Filmteam von „National Geographic“ dabei gewesen, sagte Landesamt-Dezernatsleiter Kersting. Aber die Expedition sei sehr schwierig. „Das Wasser ist trüb, man sieht einfach nichts.“

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege/Archäologisches Landesmuseum hat die Suche genehmigt und unterstützt Svorays Expedition logistisch. „Man kann davon ausgehen: Irgendetwas ist da versteckt worden“, sagte Kersting. Ob die Suche fortgesetzt wird, sei aber unklar. „Das kostet alles eine Menge Geld.“ Landesmittel fließen laut Kersting aber nicht.

„Ich bin kein Schatzjäger“, hatte Expeditionsleiter Svoray betont. Es gehe ihm darum, die Wahrheit herauszufinden und Geschichte sichtbar zu machen. Kritiker belächeln den ehemaligen Fallschirmjäger als verrückten Abenteurer und Indiana Jones. (dpa)

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