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Phlegräische Felder

Neapel: Erneutes Erdbeben in Süditalien versetzt Bewohner in Panik

Der größte aktive Supervulkan Europas sorgt derzeit für Aufsehen. Am Montagabend wurde die Region erneut von einem heftigen Beben erschüttert.

Team News BLZ/AFP
3 Min
Neapel: Auf dem Gebiet der Phlegräischen Felder in Pozzuoli westlich von Neapel ist ein grauer Tümpel zu sehen, der von dem Vulkan ausgeht.

Neapel: Auf dem Gebiet der Phlegräischen Felder in Pozzuoli westlich von Neapel ist ein grauer Tümpel zu sehen, der von dem Vulkan ausgeht.

© Lena Klimkeit/dpa

Erneut hat ein Erdbeben die Region um die süditalienische Stadt Neapel erschüttert. Der Erdstoß der Stärke 4,0 habe sich am Montagabend in den sogenannten Phlegräischen Feldern ereignet, erklärte der italienische Zivilschutz im vormals Twitter genannten Onlinedienst X.

Dabei handelt es sich um eine riesige aktive Vulkanregion westlich des Vesuvs. Es sei nicht zu Schäden oder Verletzten gekommen, allerdings habe das Beben für Panik unter den Bewohnern gesorgt, fuhr der Zivilschutz fort.

Das Epizentrum des Erdbebens lag nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in einer Tiefe von etwa drei Kilometern zwischen den Städten Neapel und Pozzuoli.

Bewohner in Angst: „Man sagt uns nicht die Wahrheit“

Experten und Behörden riefen am Sonntagmorgen zur Ruhe auf. Die Gemeinde Pozzuoli, die dem Epizentrum des Erdbebens am nächsten liegt (5 km), hat auf ihrer Facebook-Seite einen Aufruf veröffentlicht, in dem lediglich von „Unannehmlichkeiten“ die Rede ist. 

Trotzdem lässt die Angst in der Bevölkerung der vulkanischen Region angesichts des seismischen Schwarms der letzten Tage nicht nach. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, dass viele Bewohner wütend sind und den Behörden nicht mehr vertrauen. Einige der Menschen, die nach dem Erdbeben ihre Häuser in Angst verlassen hatten, sind offenbar davon überzeugt, dass die Behörden über die Stärke des Bebens gelogen habe:  „Man sagt uns nicht die Wahrheit“, wird eine Frau zitiert, die behauptet, das Beben sei viel stärker gewesen: „Es hat sich angefühlt, als würde das Haus einstürzen“.

In den sozialen Medien finden sich auch viele Kommentare von Bewohnern aus dieser Gegend, die sich nicht genügend geschützt fühlen. 

Die italienische Regierung arbeitet bereits seit Tagen an einem Evakuierungsplan für die Region, sollte sich die Lage verschärfen. Auf der Website des italienischen Katastrophenschutzes kann man eine interaktive Karte mit roten und gelben Zonen einsehen und erfahren, was im Fall einer Evakuierung zu tun ist. Die Vorbereitung auf einen möglichen Notfall sei ein Muss, so der Zivilschutz. Das sei umso wichtiger, wenn man die Schwierigkeiten einer Evakuierung eines so dicht besiedelten Gebiets bedenkt. 

Interaktive Karte des italienischen Katastrophenschutzes

Interaktive Karte des italienischen Katastrophenschutzes

© Regione Campania/Protezione Civile

Erdbeben in Italien: Experte beruhigt, aber warnt vor „weiteren Ereignissen“

„Es war ein oberflächliches Erdbeben“, erklärte der Direktor des Vesuv-Observatoriums, Mauro Di Vito, gegenüber dem Lokalsender Canale 21. Nach seiner Einschätzung seien „weitere Ereignisse“ zu erwarten, „aber abgesehen von einigen herabfallenden Trümmern scheint es im Moment keine größeren Schäden an den Strukturen zu geben“. Die seismische Aktivität hält an und werde weitergehen. Daran, erklärt Di Vito, bestehe kein Zweifel. Der beste Schutz, so der Experte, bestehe darin, sich „richtig“ zu verhalten: „Wir müssen die Angst in den Griff bekommen und alle notwendigen Kontrollen an den Gebäuden durchführen.“

Vulkanausbruch in der Region begünstigte Aussterben der Neandertaler

In den Phlegräischen Feldern kam es in den vergangenen Tagen zu einer Reihe von Beben. Am Mittwoch wurde dort ein Erdstoß der Stärke 4,2 gemessen – das stärkste Erdbeben seit 40 Jahren in der Gegend.

Der letzte größere Vulkanausbruch in den Phlegräischen Feldern war im Jahr 1538. Eine große Eruption vor 30.000 Jahren soll zum Aussterben der Neandertaler beigetragen haben. In der Region leben heute eine halbe Million Menschen.

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