Schade, dass es keine Gutmensch-Findungs-Kommission beim Deutschen Fußball-Bund gibt, eine GFK. Würde gut passen zur TFK, der Trainer-Findungs-Kommission, die den Bundestrainer benennen soll. Wenn schon nach vier Wochen kein geeigneter Coach gekürt ist, so könnte wenigstens der beste Charakter unter den Ungeeigneten geehrt werden. Lothar Matthäus hätte einen Podiumsplatz verdient. Ungefragt war er bereit, sich fürs Wohl des deutschen Fußballs zu opfern. Löblich, weil ihn selbst nach dem Wegfall des ersten (Hitzfeld) und zweiten (Rehhagel) niemand zum dritten Wunschkandidaten erklärte.Der Große Preis der GFK aber gebührt: Winfried Schäfer. Ungeachtet aller fachlichen Vorbehalte drängt sich der Trainer des Afrikameisters Kamerun mutig in allen TV-Sendern auf. "Es ehrt mich, wenn mein Name genannt wird", sagte er bereits, als ihn noch niemand genannt hatte. Der beim VfB Stuttgart und Tennis Borussia Berlin Gescheiterte parlierte so lange, bis Franz Beckenbauer Wind davon bekam und ihn als Kandidaten deklarierte. Sogar Oliver Kahn machte sich für seinen ehemaligen Coach beim Karlsruher SC stark. Auf fachliche Argumente freilich verzichtete Kahn. Schäfer, sagte er, würde den Job mit absoluter Hingabe machen. Klingt fast wie: Ist immer sehr bemüht. Ein echter GFK-Typ, dieser Schäfer. "Was der Oliver sagt, freut mich", sagt Schäfer. "Der Oliver hat dem deutschen Fußball viel gebracht." Ob der Oliver dem DFB auch den Bundestrainer bringt? Leider muss Schäfer gestehen, dass "immer noch keiner Kontakt aufgenommen hat". Das ist deshalb merkwürdig, weil Beckenbauer gerade verlauten ließ, dass bald eine Entscheidung falle.Fast scheint es, als ob den Gewinner der GFK bei der TFK niemand haben will. Aber Schäfer wäre damit immerhin Gewinner der NZK, der Nebelkerzen-Zündungs-Kommission. Den Arbeitgebern der echten Kandidaten Morten Olsen (dänischer Verband) und Guus Hiddink (PSV Eindhoven) soll signalisiert werden: Wenn ihr unsere Abfindung nicht nehmt, können wir auch anders. Ein riskantes Manöver - so könnte Schäfer am Ende wirklich die Nummer eins werden.
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