Konzertbericht

Nena in der Max-Schmeling-Halle: Funktioniert der NDW-Zauber heute noch?

Von „Leuchtturm“ bis „99 Luftballons“, zwischen Berlin und Bullerbü: Nenas Glaube an die Verzauberbarkeit der Welt trägt das Publikum zurück in die Achtzigerjahre.

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Heimspiel: Am Samstagabend spielte Nena in der Max-Schmeling-Halle.

Heimspiel: Am Samstagabend spielte Nena in der Max-Schmeling-Halle.

© Lauryn Zoe Hinsch für Berliner

Was Übermut sei, wurde Nena vor zwei Jahren in dieser Zeitung gefragt. Damals dachte die Musikerin an einen wie von Zauberbeinen getragenen Vorwärtssalto ins Wasser. Heute betritt sie ihre Bühne zwar nicht mit Kunstsprüngen, aber doch mit der Körperpräsenz einer Artistin. Genau zwei Stunden lang wird sie als Wirbelwind durch die Manege ziehen und ein jugendfrisch-verschmitztes Lächeln auf den Lippen tragen.

Dabei liegt fast ein halbes Jahrhundert zwischen ihrem ersten Konzert und diesem Freitagabend: Aus dem Jugendzentrum wurde die Max-Schmeling-Halle, ihre Lederjacke ist geblieben. „Die Zeit kommt nie wieder, die Zeit ist vorbei. Was heißt das schon? Fühlst du dich wie früher? Komm, gib mir deine Hand“, singt Nena zu Beginn einem hingerissenen Publikum entgegen.

Ihr ganzer Gestus erscheint wie ein Bekenntnis zur schambefreiten Lebendigkeit – vermutlich entspringt hier die Strahlkraft des Achtzigersterns: im Prickeln des Daseins, in den Affekten und Affirmationen, im Überbordenden und Unbändigen.

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