Die Berliner müssen für Strom im nächsten Jahr mehr bezahlen. Zwar stehen die Endpreise noch nicht fest, aber wichtige Bestandteile werden jedoch teurer. So steigt die Netzgebühr zum Jahreswechsel kräftig, wie die Stromnetzgesellschaft Berlin am Donnerstag ankündigte. Nach drei Jahren mit nur geringfügigen Steigerungen werden nun je Kilowattstunde voraussichtlich knapp sechs Cent fällig, ein Plus von acht bis neun Prozent. Am Strompreis macht das Netzentgelt 22 Prozent aus.
Für einen Single-Haushalt mit 2200 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutete das inklusive Mehrwertsteuer Mehrausgaben von etwa 16,70 Euro im Jahr. Hinzu kämen im Beispielfall knapp fünf Euro mehr für die Ökostromumlage. Sie steigt von 6,170 Cent auf 6,354 Cent. Grund für den Anstieg sei die Energiewende, für die auch neue Stromtrassen gebaut werden müssen.
Der Endpreis wird allerdings vom jeweiligen Stromanbieter festgelegt.
Nachteil für die Industrie
Die Wirtschaft kritisierte die Preiserhöhungen harsch: Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Christian Amsinck, sagte: „Die Energiepreise werden für die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg immer mehr zum Bremsklotz.“ Wenn die Politik nicht bald energisch gegensteuere, wachse der Wettbewerbsnachteil für die Industrie weiter. „Gerade die Unternehmen in der Hauptstadtregion mit ihrem hohen Exportanteil müssen auf den Weltmärkten konkurrenzfähig bleiben. Gegenüber anderen europäischen Ländern und erst recht gegenüber den USA haben wir aber schon jetzt deutliche Nachteile. Statt immer neuer Subventionen brauchen wir endlich mehr marktwirtschaftliche Anreize für die erneuerbaren Energien.“ (BLZ)
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