Zehn Tage ist es her, dass das Kollektiv Steinzeit Alter vor dem Eingang des ehemaligen Technoclubs Griessmühle einen blinkenden Grabstein angebracht hat. Die Protestaktion bekommt jetzt eine gemeinschaftliche Funktion. Interessierte sollen die LED-Lichter, die in die Grabplatte eingebaut sind, selbst bedienen können. Dafür versteckt Steinzeit Alter an verschiedenen Stellen in Berlin Mini-Grabplatten und Codes.
Letztere dienen dazu, die Schlüsselbox zu öffnen, die an die Kante der Griessmühlen-Grabplatte montiert ist. Innen drin befindet sich das austauschbare Batteriepack und eine Fernbedienung. „Um das Gefühl zu vermitteln, wie es ist, Gewalt über das Licht und ein Stück Kultur zu haben, verstecken wir zehn Codes“, schreibt das Kollektiv in einem Beitrag auf Instagram. Die Codes verstecken sie gemeinsam mit Mini-Grabplatten, die als auch als Kühlschrankmagneten dienen können. Um 14 Uhr wird es auf dem Instagramprofil des Kollektivs den ersten Hinweis auf den Ort der Mini-Grabplatten geben.
Anfang März hatte Steinzeit Alter den Grabstein für die Griessmühle angebracht.
© Steinzeit Alter
Das Kollektiv will mit der Aktion Leute „aktiv mit ins Geschehen einbeziehen“. Der Plan ist, die Menschen an den Ort der Grabplatte, den Ort des geschlossenen Clubs, zu holen, „damit sie sehen, wie er sich verändert hat“, sagte Steinzeit Alter der Berliner Zeitung. „Streetart ist meistens nur zum Betrachten von außen gedacht, aber aktiv an einem Projekt beteiligt zu sein, es zu verändern durch das Licht und im besten Fall auch für den Erhalt zu sorgen ist ein komplett neuer Ansatz.“
Steinzeit Alter hatte im Januar den ersten Grabstein aufgestellt, um an den kurz zuvor dicht gemachten Club Watergate zu erinnern. Die Grabplatte vor der alten Griessmühle hatte das Kollektiv Anfang März aufgestellt. Mit den Aktionen will die Gruppe aus gebürtigen Berlinern auf das Clubsterben in der Hauptstadt aufmerksam machen.
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