Gesundheit

Neue Pflegebevollmächtigte: Staffler fordert Entlastung und klare Strukturen

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung fordert mehr Unterstützung für Angehörige. Ziel ist eine spürbare Entlastung im Alltag.

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Angehörige von Pflegefällen sollen stärker entlastet werden.

Angehörige von Pflegefällen sollen stärker entlastet werden.

© Angelika Warmuth/dpa

Die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, warnt davor im Interview mit web.de, das deutsche Pflegesystem nur mit kleinen Schritten zu verändern. „Das reicht nicht“, betont die CSU-Politikerin. Zwar verdienen Pflegekräfte inzwischen besser – eine überfällige Entwicklung. Doch die Kosten dafür tragen die Pflegebedürftigen: Ein Heimplatz kostet mittlerweile oft mehr als 3000 Euro im Monat.

Die hohen Eigenanteile haben strukturelle Gründe. Investitionskosten bleiben häufig bei den Einrichtungen hängen, obwohl die Länder in der Pflicht wären. Auch die Behandlungspflege wird von den Pflegekassen übernommen, obwohl eigentlich die Krankenkassen zahlen müssten. Hinzu kommt: In der Pandemie wurden zusätzliche Ausgaben nicht vollständig ausgeglichen. Das alles treibt die Kosten nach oben.

„Das System ist zu komplex“

Staffler fordert deshalb grundlegende Reformen. Das Pflegesystem sei „zu komplex und zu intransparent“. Pflegebedürftige müssten klarer erkennen können, welche Leistungen sie wirklich benötigen. Ein Schwerpunkt müsse zudem auf Prävention liegen. Wer länger fit bleibt, braucht später weniger Unterstützung. Besonders wichtig sei auch die Entlastung pflegender Angehöriger. Zwar gebe es Tages- und Kurzzeitpflege, doch vielerorts fehle es an Plätzen.

Trotz aller Probleme sieht Staffler auch Positives: Die Zahl der Auszubildenden in der Pflege steigt leicht, nicht zuletzt wegen der besseren Bezahlung. Zudem sollen Pflegekräfte künftig mehr Aufgaben übernehmen dürfen, die bisher Ärztinnen und Ärzten vorbehalten waren. Das könne den Beruf attraktiver machen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

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