Armutsbericht

Neue Zahlen zur Armut: Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen liegen weit vorn

Der Armutsbericht zeigt große Unterschiede in Deutschland, der Osten schneidet schlecht ab. Besonders Ältere und Alleinerziehende sind betroffen.

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Ein Frau hält auf einem Wochenmarkt ein geöffnetes Portemonnaie.

Ein Frau hält auf einem Wochenmarkt ein geöffnetes Portemonnaie.

© Sebastian Kahnert/dpa

Die soziale Spaltung zwischen den Regionen in Deutschland hat nach Angaben des Paritätischen Gesamtverbandes weiter zugenommen. Besonders die ostdeutschen Länder und die Hauptstadt Berlin sind überdurchschnittlich von Armut betroffen.

Nach dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Armutsbericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbandes lebten 2025 in Sachsen-Anhalt 21,3 Prozent der Menschen in Armut. Das ist die zweithöchste Quote bundesweit nach dem Stadtstaat Bremen mit 27,5 Prozent. In Berlin liegt der Wert mit 18,7 Prozent ebenfalls weit über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent. Insgesamt seien 13,3 Millionen Menschen von Armut betroffen.

Auch Thüringen, Chemnitz und Leipzig stark betroffen

Auch die übrigen ostdeutschen Flächenländer weisen dem Bericht zufolge überdurchschnittliche Werte auf: Thüringen kommt auf 17,4 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern auf 16,8 Prozent und Sachsen auf 16,7 Prozent. Lediglich Brandenburg liegt mit 14,7 Prozent unter dem Bundesschnitt. Zum Vergleich: In Bayern ist mit 12,6 Prozent etwa jede achte Person betroffen, in Baden-Württemberg sind es 13,2 Prozent.

Auf regionaler Ebene werden laut Bericht in den ostdeutschen Städten Chemnitz (18,2 Prozent) und Leipzig (17,4 Prozent) besonders hohe Armutsquoten gemessen. Die höchsten Werte registriert der Verband in den westdeutschen Regionen Trier (21,4 Prozent) und Weser-Ems (20,8 Prozent). Der Abstand zwischen dem Bundesland mit der niedrigsten und der höchsten Quote wuchs den Angaben zufolge von 14,1 Prozentpunkten im Jahr 2024 auf nun 14,9 Punkte.

Die Auswertung verweist auf strukturelle Ursachen wie geringere Einkommen, höhere Arbeitslosigkeit und eine schwächere Wirtschaftsstruktur in den betroffenen Regionen.

Alleinerziehende häufig von Armut betroffen

Bundesweit sind nach Angaben des Verbandes ältere Menschen, Frauen und Alleinerziehende besonders betroffen. Die Armutsquote bei Menschen ab 65 Jahren liegt bei 19,5 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 28,9 Prozent. 4,6 Millionen Menschen lebten in erheblicher materieller Entbehrung.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Joachim Rock, warnte vor Einschnitten beim Wohngeld, beim Unterhaltsvorschuss sowie in der Jugend- und Eingliederungshilfe. „Wer in der Krise den Sozialstaat weiter abbaut, der vertieft die Krise“, erklärte Rock. Neue Kürzungsdebatten schürten Verunsicherung und spielten Populisten und Extremisten in die Hände.

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