Neuer DFB-Präsident

Das sind mögliche Niersbach-Nachfolger

Wer wird Wolfgang Niersbach als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes beerben? Das ist die spannende Frage, die jetzt im Raum steht. Gute Chancen haben die beiden Vize-Präsidenten. Oder macht doch ein Außenseiter das Rennen?

Matti Lieske
3 Min
Wer wird

Wer wird's? Helmut Sandrock (von oben links), Reinhard Grindel, Reinhard Rauball, Oliver Bierhoff, Rainer Koch und Heribert Bruchhagen.

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Ein bisschen Pech ist es schon für Reinhard Rauball, dass die Sache mit der WM 2006 nicht ein paar Jährchen früher aufgeflogen ist. Das Licht der Öffentlichkeit hat dem Juristen immer behagt, ob als Verteidiger der des Dopings bezichtigten Sprinterin Katrin Krabbe, als Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, ein Amt, das er gleich drei Mal übernahm, als Präsident der Deutschen Fußball Liga oder auch als Justizminister der Regierung von Wolfgang Clement 1999.

Das blieb er allerdings nur eine Woche, dann musste der SPD-Politiker wegen seiner Verbindungen zum US-Unternehmen Eurogas schon wieder zurücktreten. DFB-Präsident wäre sicher ein Amt nach seinem Geschmack, doch mit seinen 68 Jahren ist er nur zwei Jahre von der Altersgrenze entfernt und somit kein Mann mit Perspektive für die Zukunft des deutschen Fußballs.

Oliver Bierhoff wäre das ohne Zweifel. Der Manager der Nationalmannschaft könnte noch gut 23 Jahre DFB-Präsident sein, wenn er denn gewählt würde. Der smarte 47-Jährige wäre mal ein ganz anderer Typ Funktionär als jene Herren, die bisher den Verband führten. Genau das macht es aber unwahrscheinlich, dass er den Job, wie er es nennen würde, tatsächlich bekommt. Bierhoff hat sich bei der Nationalmannschaft als guter Organisator mit ausgeprägter Risikofreude erwiesen, wie seine Quartierwahl bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 zeigte.

In Südafrika ein Luxushotel mitten im Niemandsland, das erst kurz vor Turnierbeginn eine Betriebsgenehmigung bekam. In Brasilien ein abgelegenes Domizil auf einer Insel, das erst einmal gebaut werden musste. Beides funktionierte überraschenderweise gut. Bierhoff steht für die professionelle Seite des Fußballs, für Business, für den Spitzensport, und ist damit der personifizierte Beelzebub für den Amateurbereich, für jene Landesverbände, die immer noch großen Einfluss haben im DFB.

Deren Favorit dürfte Rainer Koch sein. Der 57-Jährige ist wie Rauball Jurist und Präsident des Bayerischen sowie des Süddeutschen Verbandes. Ein ausgewiesener Apparatschik, der aus seinen Ambitionen nie ein Geheimnis machte und sich vor allem beim Schiedsrichterskandal um Robert Hoyzer profilierte. Seine Zeit könnte nun gekommen sein.

Nur geringe Chancen dürfte Helmut Sandrock, 59, haben. Zu eng mit Wolfgang Niersbach verbandelt, zu wenig Strahlkraft, und dass er mal Chef des MSV Duisburg war, ist sicher auch keine große Hilfe.

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