Man mag vom früheren Flughafenchef Hartmut Mehdorn halten, was man will: Jedenfalls sahen kamen stets ziemlich viele Zuschauer, wenn er in den Länderparlamenten aufgetreten war. Als Mehdorns Nachfolger Karsten Mühlenfeld und sein Technikchef Jörg Marks am Mittwoch im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses Rede und Antwort standen, saßen lediglich drei ältere Herren in den Zuschauerreihen.
Einen klaren Zeitplan für den BER gibt es derzeit nicht. Um rund vier Monate ist der Bau derzeit gegenüber dem sogenannten Terminband von Ende 2014 verzögert. Darum mussten Mühlenfeld und Marks an einigen Stellen aber doch lavieren. Zwar versicherten sie, eine Eröffnung sei immer noch wie geplant 2017 möglich, aber versprechen konnten sie nichts. Weiterhin ist die große Hürde die Prüfung der Planungsnachträge durch das Bauordnungsamt. Sie soll Anfang 2016 abgeschlossen sein. Erst dann ist absehbar, wie lange die Arbeiten noch dauern.
730 Millionen Euro für den Schallschutz
Auch der Einbau des Schallschutzes für die Anwohner stockt. 73 Prozent aller Anträge seien bearbeitet, bis Ende März sollen es 100 Prozent. Das bedeute aber nicht, dass die baulichen Maßnahmen auch umgesetzt würden. „Viele Anwohner melden Widerspruch an“, sagte Mühlenfeld. Vor allem gäbe es eine große Unzufriedenheit mit den dicken Schallschutzfenstern, die in die Räume hineinragten. Außerdem seien viele Anwohner unzufrieden, dass die Schalldämmung nicht an den Außenwänden angebracht würde, sondern innen. „Das Problem ist, dass es keinen zertifizierten Schallschutz für die Außenwände gibt, der unsere Anforderungen erfüllt.“
Mit Kosten von 730 Millionen Euro für den Schallschutz rechnet der Flughafen, bisher sei erst ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag abgerufen worden, sagte Mühlenfeld.
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