TV-Tipp

Neuer „Steirerkrimi“: Gekränkte Männer und ein Kuschelkurs

Der Krimi „Steirerangst“ taucht ab in die Untiefen männlicher Kränkung - sowohl beim Täter als auch beim Ermittler.

Jan Christoph Freybott dpa
2 Min
ARD Degeto STEIRERANGST, am Samstag (22.04.23) um 20:15 Uhr und um 01:15 Uhr im ERSTEN, online first ab Mittwoch (19.03.23) in der ARD MEDIATHEK
            Am Tatort: Kommissar Sascha Bergmann (Hary Prinz, li.) und seine Kollegin Anni Sulmtaler (Anna Unterberger, re.) sichern Beweise.
            © r, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter Degeto-Sendung und bei Nennung "Bild: ARD Degeto/Allegro Film/Toni Muhr" (S2+). ARD Degeto/Programmplanung und Presse, Tel: 069/1509-335, degeto-presse@degeto.de

ARD Degeto STEIRERANGST, am Samstag (22.04.23) um 20:15 Uhr und um 01:15 Uhr im ERSTEN, online first ab Mittwoch (19.03.23) in der ARD MEDIATHEK Am Tatort: Kommissar Sascha Bergmann (Hary Prinz, li.) und seine Kollegin Anni Sulmtaler (Anna Unterberger, re.) sichern Beweise. © r, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter Degeto-Sendung und bei Nennung "Bild: ARD Degeto/Allegro Film/Toni Muhr" (S2+). ARD Degeto/Programmplanung und Presse, Tel: 069/1509-335, degeto-presse@degeto.de

© ARD Degeto/Allegro Film/Toni Muh

Gekühlter Sekt und Lippenstift legen nahe: Katrin Fischer (Katharina Sporrer) erwartete Besuch, als sie in ihrem Zimmer erschossen wurde. Und an Männern mit Motiv mangelt es in dem Fall „Steirerangst“ nicht: Da ist ihr Ex-Mann, der zu Ehezeiten handgreiflich wurde. Ihr unsympathischer Geschäftspartner, der bei ihr in der Kreide steht. Oder aber die verdächtigen Umarmungs-„Dealer“, die den Kuschelkurs leiten.

Ermittler im Kuschelanzug

Vor allem den Chef-Inspektor Bergmann zieht es immer tiefer in die Ermittlung. Auch, weil die Versprechungen des Kuschelkurses ihn wirklich locken. Unter dem Vorwand einer verdeckten Ermittlung streift sich Bergmann selbst einen Kuschelanzug über - und geht bei der Umarmungsparty mit einer alten Bekannten auf Tuchfühlung.

Unterhaltungswert bieten einmal mehr die Schlagabtausche des Ermittlerduos. Sulmtaler, deutlich jünger und beim Kuscheln eher „Autodidakt“, legt darin die Macho-Seiten ihres Kollegen offen. „Wir leben im Was-man-nicht mehr-sagen-darf-Zeitalter“ ätzt der Chef-Inspektor gegen die Sprechverbote seiner Kollegin. Bald ist klar: Kränkung und toxische Männlichkeit spielten nicht nur beim Täter eine Rolle.

Stark besetzt ist der Krimi auch in den Nebenrollen. Sympathien dürfte etwa der junge Bernd Kofler (Christoph Kohlbacher) von der Spurensicherung auf sich ziehen. Der Mann mit dem markanten Schnurrbart führt die Ermittler immer wieder auf heiße Spuren - und gerät im Finale selbst zwischen die Fronten.

Das Drehbuch von Maria und Wolfgang Murnberger punktet nicht nur mit pointierten Dialogen. Es führt die Zuschauerinnen und Zuschauer auch auf falsche Fährten. Der Krimi hält so bis zum Schluss die Spannung aufrecht. Der „Steierkrimi“ gehört zu den Erfolgsformaten der ARD. Im Dezember zog der Vorgänger „Steirergeld“ mehr als sechs Millionen Zuschauer vor den Bildschirm.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de