Es geschah im Stillen, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Und doch steht auch dieser Fall exemplarisch dafür, für welche Fälle die Berliner Justiz besondere Kraft aufwendet. Während Politiker fast aller Parteien die „Härte des Rechtsstaats“ fordern, ging am Freitag am Berliner Landgericht ein Prozess gegen einen jungen Mann zu Ende, der drei Jahre und drei Monate lief: Er wurde eingestellt.
Am 29. Dezember des Jahres 2021 sollen der damals 25-jährige Ibrahim M. und sein vier Jahre jüngerer Bruder Omar aus einer Wohnung in der Neuköllner Sonnenallee drei Böller auf ein vorbeifahrendes Polizeiauto geworfen haben. In den Augen der Berliner Staatsanwaltschaft ist das ein tätlicher Angriff auf Amtsträger, ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Die Polizei vermutet, dass die beiden illegale „Polenböller“ benutzten, die besonders laut explodieren.
Strafrecht
Endloser Prozess ohne Ergebnis: Wofür Berlins Justiz ihre Kraft aufwendet
Zwei junge Männer sollen in Neukölln Böller auf ein Polizeiauto geworfen haben. Das Verfahren dauert über drei Jahre.
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Polizisten stehen in der Silvesternacht im Bereich des Alexanderplatzes.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung