Kriminalprävention

Gegen Jugendkriminalität: Neuköllner Modell soll berlinweit umgesetzt werden

Um straffälligen Minderjährigen Perspektiven zu bieten, soll das Neuköllner Handlungskonzept 2.0 künftig berlinweit angewandt werden. Der Bezirk Neukölln zieht eine erste Bilanz.

Team News BLZ
2 Min
Ein Konzept aus Neukölln gegen Jugendkriminalität soll in ganz Berlin angewandt werden.

Ein Konzept aus Neukölln gegen Jugendkriminalität soll in ganz Berlin angewandt werden.

© Liesa Johannsen/imago

Das Neuköllner Handlungskonzept 2.0 soll Jugendlichen aus der Kriminalität helfen und künftig berlinweit zum Einsatz kommen. Das Team Jugend-Delinquenz kümmert sich, unterstützt vom Jugendamt, seit sieben Jahren um straffällige Kinder und Jugendliche in Berlin-Neukölln. Ursache für wiederholte Straftaten junger Menschen seien oft komplexe Lebenssituationen, wie das Bezirksamt Neukölln mitteilte. Dazu gehöre etwa fehlende elterliche Fürsorge, Erfahrungen mit Gewalt, das Leben in Großsiedlungen, ein Schulabbruch und damit verbundene Misserfolge, sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Das neue Handlungskonzept wurde kürzlich vorgestellt und soll integrative Hilfen für betroffene Familien bereitstellen. Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) betonte die Notwendigkeit eines Updates, um diskriminierungsfreie Sprache zu gewährleisten und die Arbeitsweise präzise zu beschreiben. Ziel sei es, durch systematische und abgestimmte Maßnahmen die Zahl der Mehrfach- und Intensivtäter und -täterinnen zu reduzieren und die Schwere der begangenen Straftaten zu verringern.

In Neukölln wurden insgesamt 165 junge Menschen betreut, von denen 120 erfolgreich im Sinne von Straffreiheit und neuen Perspektiven abgeschlossen wurden, was 90,2 Prozent der Fälle entspricht. Nur bei 13 Jugendlichen wurde die Zusammenarbeit beendet. Aktuell werden 32 Kinder und Jugendliche betreut. Das Konzept soll nun in allen Berliner Bezirken umgesetzt werden, wie auf dem „Gipfel gegen Jugendgewalt“ beschlossen wurde.

Quelle: Bezirksamt Neukölln

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