Rüstung

Neuseeland rüstet auf: Einweg-Angriffsdrohnen als günstige Raketenalternative

Die Regierung in Wellington begründet den Schritt mit einem zunehmend unberechenbaren Sicherheitsumfeld und will vorrangig neuseeländische Hersteller berücksichtigen.

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Verteidigungsminister Chris Penk (links) als Vertreter Neuseelands beim Nato-Gipfel in Ankara

Verteidigungsminister Chris Penk (links) als Vertreter Neuseelands beim Nato-Gipfel in Ankara

© Ismail Kaplan/imago

Neuseeland will weitreichende Einweg-Angriffsdrohnen beschaffen. Das teilte Verteidigungsminister Chris Penk am Mittwoch in einer Erklärung mit. Bei den geplanten Systemen handelt es sich nach Angaben des Ministeriums nicht um autonome, sondern um von Menschen gesteuerte Drohnen, die einen Sprengsatz ins Ziel bringen und nicht zu ihrem Startort zurückkehren. Sie gelten als kostengünstigere Alternative zu Lenkflugkörpern.

Parallel dazu kündigte Penk eine Marktsondierung für unbewaffnete Langstreckendrohnen zur Seeaufklärung an.

Bevorzugung heimischer Anbieter

Die Regierung werde in Kürze eine Anfrage an die Industrie richten, sagte Penk laut der Mitteilung. Alle tragfähigen Angebote würden geprüft, ein besonderes Interesse bestehe jedoch an Lösungen und Fertigungskapazitäten aus dem Inland.

Neuseeländische Unternehmen verfügten über Fachwissen in der modernen Fertigung, bei digitalen Technologien und unbemannten Systemen. Mehr als 80 Prozent des laufenden Etats der neuseeländischen Streitkräfte von 2,6 Milliarden neuseeländischen Dollar würden bereits im Land ausgegeben.

Reaktion auf verändertes Sicherheitsumfeld

Die Beschaffung sei Teil eines breiteren Vorhabens, jahrelang zu geringe Investitionen im Verteidigungsbereich auszugleichen, erklärte Penk. Das internationale Sicherheitsumfeld werde zunehmend unberechenbarer. Die Streitkräfte müssten wirksam operieren können, auch gemeinsam mit Partnern, um mögliche Bedrohungen abzuschrecken.

Neuseeland liegt im südwestlichen Pazifik rund 2000 Kilometer südöstlich von Australien und zählt gut fünf Millionen Einwohner. Außenpolitisch orientiert sich das Land eng an westlichen Partnern, besonders an Australien, und pflegt, ohne der Nato anzugehören, eine enge militärische und geheimdienstliche Zusammenarbeit. Zugleich betont Wellington seine eigenständige Rolle im Pazifikraum.

Regierungschef ist seit November 2023 Premierminister Christopher Luxon von der National Party, dessen Mitte-rechts-Koalition sich auf ACT New Zealand und New Zealand First stützt.

Der neuseeländische Sender 1News verweist darauf, dass Einweg-Angriffsdrohnen die moderne Kriegsführung prägen. Russland und die Ukraine hätten seit Beginn der russischen Invasion 2022 solche Systeme in großer Zahl gegeneinander eingesetzt. Die genauen Fähigkeitsanforderungen für Neuseelands Systeme sollen erst im weiteren Beschaffungsverfahren festgelegt werden.

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