Drogenroute

Neuseeland verstärkt die Polizeizusammenarbeit mit Samoa im Kampf gegen Drogenschmuggel

Die Regierungen in Wellington und Apia wollen Polizei, Zoll und Grenzschutz enger verzahnen. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung der Pazifikroute für Methamphetamin und Kokain.

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Neuseelands Premierminister Christopher Luxon in Apia beim Abschreiten der Ehrenformation

Neuseelands Premierminister Christopher Luxon in Apia beim Abschreiten der Ehrenformation

© Ben Strang/AFP

Neuseelands Premierminister Christopher Luxon und Samoas Regierungschef La’auli Leuatea Schmidt haben am Montag in Apia Absichtserklärungen zur engeren Zusammenarbeit von Polizei und Zoll unterzeichnet. Kernpunkt der Vereinbarung ist die Einbettung neuseeländischer Polizeikräfte in Samoa, wie Neuseelands öffentlicher Rundfunksender RNZ Pacific berichtete.

Luxon bezeichnete den Pazifik als „Super Highway“ für illegale Drogen. „Wir haben es mit Verbrechersyndikaten in Südamerika zu tun, die außergewöhnliche Anstrengungen unternehmen, um Drogen in unsere Region zu schleusen“, sagte er. Die Sicherheitsgrenze verlaufe nicht allein an Neuseelands Küste, sondern erstrecke sich über den gesamten Pazifik.

Samoas Premier bestätigte die Dringlichkeit. Das Problem illegaler Drogen an den Grenzen der pazifischen Staaten nehme rapide zu, erklärte er. Die weitläufigen und schwer zu kontrollierenden Seewege der Region gelten seit einigen Jahren zunehmend als Transitrouten, insbesondere für Methamphetamin und Kokain im pazifischen Raum.

Samoa ist ein kleiner Inselstaat im südlichen Pazifik mit rund 220.000 Einwohnern. Die Gesellschaft ist stark von polynesischen Traditionen, Großfamilien und christlichen Kirchen geprägt. Wirtschaftlich lebt das Land vor allem von Dienstleistungen, Tourismus, Landwirtschaft, Rücküberweisungen aus der Diaspora und internationaler Hilfe.

Wegen seiner kleinen und wenig vielfältigen Wirtschaft gilt Samoa als sozial und wirtschaftlich verletzlich. Zu Neuseeland sind die Beziehungen besonders eng – historisch, politisch und durch Migration, Entwicklungshilfe und Sicherheitskooperation.

Regionale Kooperation gegen organisierte Kriminalität

Die neuen Abkommen fügen sich in bereits bestehende ein. 2018 verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs des Pacific Islands Forum, des Staatenbunds der pazifischen Inselstaaten, die Boe-Deklaration, die grenzüberschreitende Kriminalität neben Klimawandel und Cyberkriminalität als zentrale Bedrohung für die Region benennt. Neuseeland finanziert die regionale Sicherheitskooperation unter anderem über den Pacific Security Fund.

Im Rahmen seines Besuchs ließ sich Luxon eine Vorführung von zwei Drogenspürhunden zeigen, die Neuseeland an Samoa übergeben hat. Das Drogenspürhund-Programm läuft laut dem neuseeländischen Außenministerium derzeit neben Samoa auch in Fidschi, Tonga und auf den Cookinseln.

Den Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität nahm Luxon auch auf die nächste Station seiner Pazifikreise mit: Am Dienstag traf er in Tongas Hauptstadt Nuku'alofa Premierminister Lord Fatefehi Fakafanua. Neben Sicherheitsfragen standen dort auch Gespräche über Energieversorgung auf der Agenda.

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