DIE LAGE IN ISRAEL UND DIE REAKTIONEN IN BERLIN
- [object Object]
- [object Object]
- [object Object]
- [object Object]
- [object Object]
- [object Object]
- [object Object]
- [object Object]
Newsblog: Israel verstärkt ab sofort Luftangriffe auf Gazastreifen ++ Pro-palästinensische Demonstranten zünden Böller auf der Sonnenallee
Schülerin der Rütli-Schule: „Ich will nicht, dass man mich als Anhängerin der Hamas bezeichnet“
22.56 Uhr: US-Präsident Biden spricht mit Verbündeten über Nahost-Krieg
US-Präsident Joe Biden hat am Sonntag mit mehreren verbündeten Staats- und Regierungschefs über den Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gesprochen. Wie das Weiße Haus in Washington bekanntgab, telefonierte Biden mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau, dem britischen Regierungschef Rishi Sunak, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Macron wird nach Angaben seines Büros am Dienstag nach Israel reisen.
Jeweils separate Gespräche habe der US-Präsident am Sonntag mit Papst Franziskus und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu geführt, teilte das Weiße Haus weiter mit. „Der Krieg ist immer eine Niederlage, er ist eine Zerstörung der menschlichen Brüderlichkeit. Brüder, hört auf! Hört auf!“, hatte Papst Franziskus zuvor nach dem traditionellen Angelus-Gebet in Rom gesagt. Er forderte weitere humanitäre Hilfe und eine Befreiung der von der Hamas verschleppten Geiseln.
21.23 Uhr: Israel warnt Hisbollah vor Angriff
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat die libanesische Hisbollah mit drastischen Worten vor einem Angriff auf sein Land gewarnt: Damit würde die Schiitenmiliz „den größten Fehler ihres Lebens“ begehen, sagte Netanjahu am Sonntag.
Bei einem Angriff der Hisbollah werde Israel mit unvorstellbarer Kraft zuschlagen, die für den Libanon „verheerend“ sein werde, warnte Netanjahu bei einem Besuch israelischer Truppen nahe der Grenze zum Nachbarland. Zuvor hatte es Gefechte im israelisch-libanesischen Grenzgebiet gegeben. Sowohl auf israelischer als auch auf libanesischer Seite flüchteten zahlreiche Menschen aus den grenznahen Städten.
21.03 Uhr: Geisel-Angehöriger Yoni Asher von Solidarität in Berlin mit Israel ermutigt
Yoni Asher, Angehöriger von mehreren Geiseln, hat sich dankbar, aber auch überrascht vom „Ausmaß der Unterstützung“ in Berlin, gezeigt. Das sei für ihn „herzerwärmend“ gewesen, sagte Asher nach der Kundgebung der Nachrichtenagentur AFP. Deutschland sei ein „mächtiges Land“ mit einer starken politischen Führung. Er wisse, dass „diese Angelegenheit schnell gelöst“ werde, wenn die Bundesregierung „ihr Bestes“ gebe - und er sei sich sicher, dass sie dies tun werde.
21.02 Uhr: Israels Verteidigungsminister: Krieg gegen Hamas kann Monate dauern
sraels Verteidigungsminister Joav Galant rechnet im Krieg gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen mit möglicherweise monatelangen Kämpfen. „Es kann einen Monat dauern, zwei oder drei, aber am Ende wird es keine Hamas mehr geben“, sagte Galant am Sonntag in Tel Aviv. Bevor die Hamas auf israelische Streitkräfte am Boden treffe, werde „der Feind“ zunächst mit Luftschlägen konfrontiert werden. Die nächste Etappe werde „bald kommen“.
20.48 Uhr: Pro-palästinensische Versammlung am Alex beendet
Alle Demos zum Nahostkonflikt in Berlin-Mitte seien beendet, teilt die Polizei mit. Auch die pro-palästinensische Demo am Alexanderplatz. Einzelne Gruppen würden angesprochen und nach Hause geschickt.
20.20 Uhr: Sprecher: 200.000 Israelis haben seit Kriegsbeginn Zuhause verlassen
Seit Beginn des Gaza-Kriegs haben nach israelischen Angaben schätzungsweise mehr als 200.000 Menschen in Israel ihr Zuhause verlassen. „Stand heute Morgen haben mehr als 200.000 Israelis ihre Häuser zurückgelassen, um sich vor den Raketen der Hisbollah und der Hamas in Sicherheit zu bringen“, sagte Regierungssprecher Eylon Levy am Sonntagabend.
Die Hälfte davon seien aus mindestens 105 Gemeinden in der Nähe der Grenzen zum Gazastreifen und zum Libanon. Sie seien von der Regierung aufgefordert worden, das Gebiet zu verlassen. „Die andere Hälfte verließ die frontnahen Gebiete aus eigenem Entschluss“, sagte Levy. In Israel leben rund 10 Millionen Menschen.
20.18 Uhr: Israels Militär: Soldat während Razzia im Gazastreifen getötet
Ein israelischer Soldat ist nach Angaben der Armee während eines Einsatzes im Gazastreifen getötet worden. Drei weitere Soldaten seien verletzt worden, teilte die Armee am Sonntagabend mit. Militante Palästinenser hatten demnach eine Panzerabwehrrakete auf einen israelischen Panzer sowie ein technisches Fahrzeug abgefeuert.
Der Vorfall ereignete sich dem Militär zufolge während einer Razzia in der Nähe der israelischen Ortschaft Kissufim. Ziel des Einsatzes sei es gewesen, „Terrorinfrastruktur zu zerschlagen, das Gebiet von Terroristen und Waffen zu säubern und vermisste Personen und Leichen zu finden“, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Militär sprach der Familie des getöteten Soldaten ihr Beileid aus.
19.58 Uhr: Mehrere hundert pro-palästinensische Demonstranten am Alex
Am Sonntagabend hat am Alexanderplatz in Berlin-Mitte eine pro-palästinensische Demonstration begonnen, die bis 21 Uhr angemeldet war. Am frühen Sonntagabend hätten sich bereits rund 350 Teilnehmer versammelt, so die Polizeisprecherin. Angemeldet war die Demo zum Thema Nahostkonflikt mit 300 Teilnehmern.
19.56 Uhr: Polizei-Bilanz zur verbotenen Demo am Potsdamer Platz: 100 Festnahmen, 300 Teilnehmer
Die Berliner Polizei hat am Nachmittag eine verbotene palästinensische Demonstration am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte aufgelöst. Sie war von 14 bis 18 Uhr unter dem Titel „Frieden im Nahen Osten“ angemeldet, am Samstag jedoch verboten worden. „Es sind etwa 300 Menschen gekommen, die sich dennoch versammeln wollten“, sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei am Sonntagabend.
Die Polizei sei konsequent dagegen vorgegangen und habe von zahlreichen Teilnehmern die Identität festgestellt. Es habe darüber hinaus eine Reihe von Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gegeben. Während der Auflösung der Demonstration sei es auch zu Widerstand gegen Polizisten und tätlichen Angriffen gekommen. Daraufhin seien mehrere Strafanzeigen geschrieben worden, so die Polizeisprecherin weiter. Insgesamt rund 100 Personen seien vorübergehend festgenommen worden.
19.02 Uhr: Bundestagspräsidentin Bas: Mehr zum Schutz von Juden nötig
Zum Schutz von Jüdinnen und Juden sowie ihren Einrichtungen muss nach den Worten von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas mehr in Deutschland getan werden. „Da braucht es dringend mehr Polizeipräsenz“, sagte Bas am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Auch präventiv müsse mehr getan werden, weil antisemitische Übergriffe zugenommen hätten. Die SPD-Politikerin nannte neben dem Kampf gegen Rechtsextremismus auch Aufklärungsarbeit für Zugewanderte, die vielleicht ein verzerrtes Bild von Israel hätten. Auf die Frage nach importiertem Antisemitismus sagte Bas, die Politik sei vielleicht zu sorglos gewesen. „Vielleicht waren wir auch naiv“, räumte sie ein.
Angesichts vieler pro-palästinensischer Demonstrationen verwies Bas auf das Demonstrationsrecht, aber auch auf seine Grenzen. Es könne nicht sein, dass es hasserfüllte Übergriffe gebe und Hassparolen verbreitet würden. „Hass und Hetze ist einfach keine Meinung. Es ist nicht gedeckt von der freien Meinungsäußerung.“ Wenn es Hinweise darauf gebe, sei es auch wichtig, dass solche Demonstrationen verboten werden.
18.56 Uhr: UN-Hilfswerk: 29 Mitarbeiter im Gazastreifen seit 7. Oktober getötet
Seit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel sind im Gazastreifen 29 Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge getötet worden. Die meisten von ihnen seien Lehrer gewesen, teilte das UNRWA am Sonntag im Onlinedienst X (früher Twitter) mit. „Wir sind schockiert und trauern.“
Das UNRWA betonte, ihm werde in drei Tagen der Treibstoff ausgehen. „Ohne Treibstoff gibt es kein Wasser, keine funktionierenden Krankenhäuser und keine Bäckereien.“ Dies werde „die Kinder, Frauen und Menschen im Gazastreifen weiterhin strangulieren“.
18.37 Uhr: Mahnwache am Bebelplatz: Frau verliest Namen und Alter der Geiseln
Eine Frau verliest unter Tränen die Namen und das Alter alle nach Gaza verschleppten Israelis. Bei „Kfir, neun Monate alt“, bricht ihre Stimme.
18.30 Uhr: Israelis kritisieren ihren Botschafter: „Du redest Schwachsinn!“
Nach der Rede des israelischen Botschafters Ron Prosor rufen Israelis bei der Mahnwache am Bebelplatz: „Du redest Schwachsinn!“ und „Was ist mit den Geiseln?“ Prosor hatte zur Geschlossenheit im Kampf gegen den Gegner aufgerufen, aber das Schicksal der Entführten nicht erwähnt. Nach den Zwischenrufen sagt er, ihre Rettung sei „eine Priorität“. Es gibt keinen Applaus.
18.29 Uhr: S-Bahnen halten wieder am Brandenburger Tor
Nach Ende der Demonstration halten die S-Bahnen wieder am Brandenburger Tor.
18.22 Uhr: Mahnwache für Hamas-Geiseln und Todesopfer am Bebelplatz in Berlin
Auf dem Bebelplatz haben sich mehrere hundert Menschen versammelt, um an die 1400 Todesopfer der Hamas-Massaker zu erinnern und die Freilassung der 200 Geiseln zu fordern. Um das Mahnmal, das an die Bücherverbrennung der Nazi erinnert, haben die Veranstalter, die Gruppe „Zusammen - Israelis in Berlin“, 1000 Kerzen aufgestellt. Am Eingang bekam jeder Teilnehmer das Foto einer Geisel. Die Veranstaltung findet unter starkem Polizeischutz statt.
18.13 Uhr: Ägyptischer Militärposten versehentlich beschossen: Israels Militär entschuldigt sich
Nach Angaben der israelischen Militärs hat einer ihrer Panzer versehentlich einen ägyptischen Militärposten in der Nähe des Kibbuz Kerem Schalom beschossen. Laut einer Erklärung wurden mehrere Grenzsoldaten leicht verletzt. Ein Beobachtungsposten sei von Splittern eines Geschosses getroffen worden „Der Vorfall wird untersucht und die Einzelheiten werden überprüft“, schrieb das Verteidigungsministerium auf X und entschuldigte sich.
17.56 Uhr: Pentagon-Chef erwartet schwierige Bodenoffensive Israels in Gaza
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin rechnet mit einer schwierigen und langwierigen Bodenoffensive Israels im Gazastreifen. Kämpfe in einem urbanen Umfeld seien „extrem schwierig“ und gingen nur langsam voran, sagte Austin am Sonntag dem Sender ABC. Besonders erschwert werde dies in diesem Fall durch das „unterirdische Tunnelnetz, das die Hamas im Laufe der Zeit gebaut hat, und aufgrund der Tatsache, dass sie viel Zeit hatte, sich auf einen Kampf vorzubereiten“. Er sagte voraus: „Ich denke, wir werden einen Kampf sehen, der von vielen Sprengfallen und Sprengstoffanschlägen geprägt sein wird.“
Austin mahnte zugleich, es sei wesentlich, Zivilisten in der militärischen Planung zu berücksichtigen, sie zu schützen und Korridore für sie vorzusehen, damit sie sich aus dem Kampfgebiet herausbewegen können. „Ich glaube, die Israelis machen das schon seit einiger Zeit.“ Die israelischen Streitkräfte seien professionell, „und wir werden sie weiterhin ermutigen, dafür zu sorgen, dass sie im Einklang mit dem Kriegsrecht handeln“.
17.46 Uhr: Polizist bittet Teilnehmer um Abnehmen der Israel-Flaggen - „zur Sicherheit“
Beim Verlassen der Kundgebung am Brandenburger Tor bittet ein Polizist Teilnehmer, die sich Israel-Flaggen umgehängt haben, die abzunehmen, „zu ihrer eigenen Sicherheit“
17.05 Uhr: Regierender Bürgermeister Kai Wegner spricht bei Israel-Demo
Kai Wegner spricht bei der Kundgebung am Brandenburger Tor.
© Paulus Ponizak/Berliner Zeitung
Vor dem Brandenburger Tor ist nur noch ein kleiner Teil der Demonstranten, als Kai Wegner ans Mikrofon kommt. Vereinzelte Buhrufe begrüßen ihn. Auch er erinnert daran, dass es nicht so lange her ist, dass die Nazis durchs Brandenburger Tor zogen. „Aus dieser Stadt wurde die Shoah geplant.“ Er empfinde es als Glück, wieder jüdisches Leben in der Stadt zu haben - und als Verantwortung. „Angriffe auf Jüdinnen und Juden sind Angriffe auf das Herz ihrer Stadt.“ Wegner: „Die Opfer in Israel, aber auch die Opfer in Gaza sind Opfer der Hamas“.
Wegner dankt auch der Berliner Polizei. Er wisse um die enorme Belastung der Polizisten. Seit 15 Tagen leisten sie noch mehr als sonst, um jüdisches Leben zu schützen.
16.19 Uhr: Schweigeminute für Hamas-Opfer am Brandenburger Tor
Für eine Minute ist es ganz still am Brandenburger Tor. Eine Schweigeminute für 1400 Opfer der Hamas. Es folgt ein Gebet für die Geiseln. Danach spricht die Rabbiner Ehrennberg das Kaddisch, das Totengebet.
16.18 Uhr: Pentagonchef Austin warnt vor Einmischung in den Krieg zwischen Israel und Hamas
Die US-Regierung hat ausländische Akteure vor einer Einmischung in den Konflikt zwischen der Hamas und Israel gewarnt. „Sollte irgendeine Gruppierung oder ein Land versuchen, diesen Konflikt auszuweiten und diese sehr unglückliche Situation auszunutzen, lautet unser Rat: Tun Sie es nicht“, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Sonntag dem Sender ABC News. „Wir behalten uns das Recht auf Selbstverteidigung vor und werden nicht zögern, die angemessenen Maßnahmen zu ergreifen“, fügte der Pentagon-Chef hinzu.
16 Uhr: U5 hält wieder am Bundestag
Die U5 hält wieder am Bundestag.
15.57 Uhr: Zweiter Konvoi bringt Hilfsgüter aus Ägypten in den Gazastreifen
Die Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen gehen in sehr kleinen Schritten voran. Ein zweiter Konvoi aus 17 Lastwagen fuhr am Sonntag von Ägypten aus in den Transitbereich der gemeinsamen Grenze, um dringend benötigte Hilfsgüter in die Küstenenklave zu bringen, wie der Ägyptische Rote Halbmond mitteilte und wie auf Bildern im staatlichen Fernsehen zu sehen war. Die Laster haben demnach unter anderem Arzneimittel, Essen und andere Hilfsgüter geladen. Weitere 155 Lastwagen mit etwa 3000 Tonnen Gütern warteten nach wie vor auf Durchfahrt.
Vor der Lieferung in den Gazastreifen werden die Hilfsgüter von Mitarbeitern des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA kontrolliert. Erst dann dürfen sie auf palästinensischen Lastwagen in den Küstenstreifen fahren. Die ägyptischen Lkw liefern die Güter deshalb nur bis in den Transitbereich der Grenze und fahren nicht in den Gazastreifen.
15.49 Uhr: Zentralrat der Juden bei Demo am Brandenburger Tor: „Wir verlangen Taten“
Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, fordert bei der Kundgebung am Brandenburger Tor mehr Schutz für Juden in Deutschland. „Wir verlangen mehr als Absichtserklärungen, wir verlangen mehr als Solidaritätsbekundungen“, sagt er. „Wir verlangen Taten.“
Es sei unerträglich, wenn jüdische Eltern Angst um ihre Kinder haben müssten. Botmann betont, er sei stolz auf jede einzelne jüdische Gemeinde, die ihre Schule, ihre Kita oder ihre Synagoge weiter geöffnet hat - „weil es ihr Recht ist“.
Er spricht sich für härtere Konsequenzen bei Antisemitismus aus: „Wer antisemitische Parolen schreit und keine deutsche Staatsbürgerschaft hat, muss ausgewiesen und notfalls auch abgeschoben werden.“ Wer die deutsche Staatsbürgerschaft habe, müsse empfindlich bestraft werden.
15.43 Uhr: Politiker stehen als Zeichen gegen Antisemitismus gemeinsam auf Bühne am Brandenburger Tor
Als Zeichen gegen Antisemitismus stehen Vertreter von SPD, Union, FDP, Grünen und Linken gemeinsam auf der Bühne.
© Paulus Ponizak/Berliner Zeitung
Am Brandenburger Tor sprechen jetzt die Vertreter von SPD, Union, FDP, Grünen und Linken. Sie stehen gemeinsam auf der Bühne - als Zeichen gegen Antisemitismus. Saskia Esken spricht sich für die SPD auch gegen antimuslimischen Rassismus aus. Carsten Linnemann fordert für die CDU: „Wir müssen jetzt wirklich konsequent sein! Es darf keine Anschläge auf Synagogen geben!“
15.34 Uhr: Polizei löst verbotene Ansammlung am Potsdamer Platz auf
Die Polizei hat die verbotene Ansammlung von Menschen am Potsdamer Platz aufgelöst.
Die Polizei hat die verbotene Ansammlung am Potsdamer Platz aufgelöst.
© Daniel Ignacio Martínez Rosaslanda
15.33 Uhr: Musiker Hermlin am Brandenburger Tor: „Israel darf nicht untergehen“
Musiker Andrej Hermlin: „20.000 Menschen stehen hier am Brandenburger Tor, jeder Zentimeter des Bodens getränkt mit jüdischem Blut. Nur 20.000 Menschen.“ Er sei gestern aus der Linkspartei ausgetreten, wegen deren Reaktionen auf den Krieg gegen Israel. „Israel darf nicht untergehen! Israel wird nicht untergehen.“
15.29 Uhr: Potsdamer Platz: Polizei setzt bei Festnahmen körperlichen Zwang ein
Bei der verbotenen pro-palästinensischen Demo am Potsdamer Platz gibt es weitere Festnahmen. Zum Teil muss die Polizei körperlichen Zwang einsetzen. Die Demonstranten werden unter anderem über Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, den Potsdamer Platz zu verlassen.
15.17 Uhr: Polizei spricht von etwa 10.000 Demonstranten am Brandenburger Tor
Die Polizei meldet um kurz nach 15 Uhr rund 10.000 Teilnehmer bei der Solidaritätsdemo am Brandenburger Tor. Die Veranstalter sprechen von 25.000 Teilnehmern.
15.12 Uhr: Erneut 17 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gefahren
Im Bemühen um eine Linderung der katastrophalen Notlage der Menschen im Gazastreifen sind am Sonntag erneut 17 Lastwagen mit internationalen Hilfsgütern in das Palästinensergebiet gelangt. Die Lkw überquerten nach Angaben eines AFP-Korrespondenten von Ägypten aus den Grenzübergang Rafah. Dies ist der einzige Zugang zu dem Palästinensergebiet, über den im Moment Hilfsgüter transportiert werden können.
Erstmals brachten am Sonntag sechs Lkw auch wieder dringend benötigten Treibstoff in den Gazastreifen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNRWA) und einer ägyptischen Quelle wird der Treibstoff unter anderem für Generatoren verwendet, die zwei Krankenhäuser mit Strom versorgen.
15 Uhr: Israels Botschafter am Brandenburger Tor: „Nicht normal, dass in Berlin ‚Tod den Juden‘ gerufen wird“
Der israelische Botschafter Ron Prosor hält eien Ansprache während einer Demonstration gegen Antisemitismus und in Solidarität mit Israel vor dem Brandenburger Tor in Berlin am 22. Oktober 2023.
© Emmanuele Contini
Israels Botschafter Ron Prosor: „Es ist nicht normal, dass Davidsterne an Häuser geschmiert werden. Es ist nicht normal, dass in Berlin ‚Tod den Juden‘ gerufen wird“, er fordert: „Null Toleranz!“ Vielleicht müsse auch in Deutschland ein Flächenbrand verhindert werden. Damit der Terror nicht herkomme. Prosor appelliert an die Medien: „Hamas ist keine Quelle! Hamas darf nicht auf eine Stufe mit Israel gestellt werden.“
14.57 Uhr: Brandenburger Tor: Vater von Hamas-Geiseln spricht zur Menge
Als nächster spricht Yoni Asher Katz. Seine Frau und seine kleinen Töchter, „meine Babys“, drei und fünf Jahre alt, werden von der Hamas als Geiseln gehalten. „Ich bin ein Trottel, für jede Umarmung, die ich ihnen nicht gegeben habe“, sagte er. Und: „Das ist ein entscheidender Moment für die westliche Welt“, im Kampf gegen den Terrorismus. Er sagt seiner Frau und den Mädchen: „Umarmt einander. Daddy liebt euch.“ Großer Beifall. Düzen Tekkal sagt danach: „Die Antwort auf die Shoah ist Israel.“
Demonstranten bei der Solidaritätskundgebung für Israel am Brandenburger Tor
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
14.52 Uhr: Brandenburger Tor: Schwester von entführter Deutsch-Israelin bittet: „Steht an meiner Seite“
Die Schwestern von Yarden Romann, der von der Hamas entführte Deutsch-Israelin, hat zur Menge am Brandenburger Tor gesprochen. Sie bat, „steht an meiner Seite“, noch gebe es eine kleine Chance auf einen guten Ausgang. Yardens kleine Tochter Geffen warte auf ihre Mutter. Dann bat die Schwester alle Berliner, Happy Birthday für Yarden zu singen.
14.51 Uhr: Erste Festnahmen am Potsdamer Platz
Bei der verbotenen pro-palästinensischen Demo am Potsdamer Platz gibt es erste Festnahmen.
14.47 Uhr: Polizei schließt Zugang zum Platz des 18. März
Die Polizei schließt den Zugang zum Platz des 18. März. Wer zur Demo will, soll die Zugänge über die Straße des 17. Juni, den Großen Stern, die Yitzhak-Rabin-Straße und südlich über den Tiergarten nutzen. Die U5 hält in beiden Richtungen nicht am Bahnhof Bundestag und am Brandenburger Tor, teilt die BVG mit. Die S-Bahnen S1,S2 und S25 fahren ohne Halt am Brandenburger Tor durch.
14.40 Uhr: Potsdamer Platz: Trotz Demo-Verbots mehrere hundert pro-palästinensische Demonstranten
Demonstranten versammeln sich am Potsdamer Platz trotz eines Demo-Verbots.
© Daniel Ignacio Martínez Rosaslanda
Auf dem Potsdamer Platz haben sich trotz des Demo-Verbots mehrere hundert pro-palästinensische Demonstranten versammelt. „Unsere Einsatzkräfte sprechen derzeit gezielt einzelne Personen und Gruppen an und weisen die Menschen auf das Verbot der für die dort angemeldeten Kundgebung hin“, hieß es von der Polizei.
14.35 Uhr: Steinmeier auf Israel-Demo in Berlin: Eintreten gegen Antisemitismus ist „Bürgerpflicht“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht bei der Kundgebung „Aufstehen gegen Terror, Hass und Antisemitismus - in Solidarität und Mitgefühl mit Israel“.
© Monika Skolimowska/dpa
Zum Auftakt der Großkundgebung gegen Antisemitismus in Berlin hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gerichtet. „Der Schutz jüdischen Lebens ist Staatsaufgabe - und er ist Bürgerpflicht“, sagte der Bundespräsident am Sonntag vor mehreren tausend Kundgebungsteilnehmern am Brandenburger Tor. „Ich bitte alle Menschen in unserem Land, diese Bürgerpflicht anzunehmen.“
Diese Pflicht gelte für alle Menschen hierzulande ungeachtet von Herkunft oder politischem Standpunkt. „Zeigen wir, dass in Deutschland Menschen mit jüdischen, christlichen, muslimischen, arabischen Wurzeln friedlich zusammenleben können und wollen“, sagte Steinmeier laut Redetext. „Das und nicht weniger ist von uns verlangt.“
„Jeder, der hier lebt, muss Auschwitz kennen und die Verantwortung begreifen, die daraus für unser Land erwächst“, sagte der Bundespräsident. „Seien wir uns einig in der Ablehnung von Terrorismus und Barbarei! Verurteilen wir gemeinsam jede Form von Antisemitismus und Rassismus.“
An die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas - die Israel mit Terrorangriffen überzogen und zahlreiche Geiseln genommen hatte - gerichtet sagte Steinmeier: „Die ganze Welt schaut auf dieses Verbrechen! Beenden Sie die Barbarei! Lassen Sie die Unschuldigen frei!“
13.20 Uhr: Niederländerin im Gazastreifen getötet
Eine 33 Jahre alte niederländische Frau ist im Gazastreifen ums Leben gekommen. Das teilte das Außenministerium am Sonntag in Den Haag mit. Über die Umstände des Todes der Frau wurde zunächst nichts mitgeteilt. „Meine Gedanken sind bei ihren Familienangehörigen und anderen Nahestehenden in dieser schrecklichen Zeit“, schrieb Außenministerin Hanke Bruins Slot auf der Plattform X, vormals Twitter. Demnach gehörte sie zu 22 Menschen im Gazastreifen, die die Niederlande um konsularische Hilfe gebeten haben. Das Ministerium bemühe sich weiter darum, eine sichere Ausreise aus dem infolge des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas abgeriegelten Gazastreifen zu ermöglichen, hieß es.
12.56 Uhr: Solidaritätskundgebung für Israel um 18 Uhr auf dem Bebelplatz
Neben der Großdemonstration unter dem Motto „Aufstehen gegen Terror, Hass und Antisemitismus – in Solidarität und Mitgefühl mit Israel“ am Brandenburger Tor findet am Sonntag noch eine weitere Solidaritätskundgebung für Israel statt. Von 18 Uhr bis 20 Uhr wollen sich nach Angaben der Berliner Polizei Menschen auf dem Bebelplatz versammeln, um der israelischen Opfer durch die Hamas-Angriffe zu gedenken.
11.25 Uhr: Mehr als 10.000 Menschen zu Israel-Demo in Berlin erwartet
In Berlin wollen am Sonntag mehrere Tausend Menschen bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor ihre Solidarität mit Israel zeigen. Ein breites Bündnis der demokratischen Parteien und zivilgesellschaftlicher Organisationen hat zu der Kundgebung gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel aufgerufen. „Der Angriff der Hamas auf Israel ist barbarisch und nicht zu rechtfertigen“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: „Aufstehen gegen Terror, Hass und Antisemitismus – in Solidarität und Mitgefühl mit Israel“.
Das Aktionsbündnis umfasst CDU, SPD, Grüne, FDP und Linkspartei, die katholische und die evangelische Kirche, den Zentralrat der Juden in Deutschland, den Deutschen Gewerkschaftsbund, den Arbeitgeber-Dachverband BDA sowie unter anderem das Netzwerk Campact, den Paritätischen Gesamtverband, den Deutschen Naturschutzring, den muslimischen Verein Alhambra und die Deutsch-israelische Gesellschaft.
10 Uhr: Israel: Angriff auf Hamas-Posten in Moschee im Westjordanland
Die israelische Luftwaffe hat im Westjordanland nach eigenen Angaben eine Terrorzelle der islamistischen Hamas in einer Moschee bombardiert. In der Al-Ansar-Moschee habe sich ein unterirdischer „Terrorkomplex“ der islamistischen Hamas und des Islamischen Dschihad befunden, die einen weiteren Terroranschlag geplant hätten, teilte das Militär in der Nacht zum Sonntag auf Telegram mit. Die Moschee liegt im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums kamen bei dem Angriff zwei Palästinenser ums Leben. Die Moschee sei von Terroristen als Kommandozentrale für die Planung und Ausführung von Anschlägen genutzt worden, so die Armee.
Bei Konfrontationen im Bereich von Nablus und Dschenin wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag drei weitere Palästinenser getötet.
9.18 Uhr: Politiker rufen zu Teilnahme an Solidaritätsdemo in Berlin auf
Spitzenpolitiker mehrerer Parteien haben zur Teilnahme an der Kundgebung gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel am Brandenburger Tor in Berlin an diesem Sonntag aufgerufen. Darunter auch der SPD-Generalsekretär, Kevin Kühnert und Nobert Röttgen, Mitglied des Deutschen Bundestages.
Zu der Demonstration (14 Uhr) hat ein breites Bündnis verschiedener Organisationen geladen. Daran beteiligen sich auf Initiative der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Parteien und Religionsgemeinschaften genauso wie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Kundgebung mit einer Ansprache eröffnen. Auch Angehörige israelischer Geiseln sollen zu Wort kommen.
8.15 Uhr: Israels Armee: Mindestens 210 Geiseln werden im Gazastreifen festgehalten
Die Zahl der Geiseln im Gazastreifen liegt nach Angaben der israelischen Armee bei mindestens 210. Dies sei die Zahl der Familien, die bisher informiert worden seien, bestätigte ein Militärsprecher am Sonntag. Unter den am 7. Oktober von Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas Entführten sind auch Deutsche. Zwei Geiseln waren am Freitag freigelassen worden. Hunderte Hamas-Terroristen hatten am 7. Oktober Israel überfallen und im Grenzgebiet ein Massaker angerichtet. Israel hat dabei und in den Tagen danach mehr als 1400 Tote zu beklagen, der Großteil davon Zivilisten. Die Identifikation der Leichen dauert noch an.
8 Uhr: Israel räumt 14 weitere Ortschaften im Norden des Landes
Israel will angesichts der Eskalation der Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz weitere Ortschaften im Norden des Landes räumen. Verteidigungsminister Joav Galant habe die Evakuierung 14 weiterer Gemeinden gebilligt, teilte sein Büro am Sonntag mit. Vor einer Woche hatte Israel bereits eine Vier-Kilometer-Sperrzone im Grenzgebiet zum Libanon erklärt.
7.16 Uhr: „Free Palestine“-Rufe in der Nacht in Neukölln – Festnahmen und Verletzte
In Berlin-Neukölln ist es am Samstag erneut zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und pro-palästinensischen Protestierenden gekommen. An der Reuterstraße/Sonnenallee versammelten sich am Abend mehrere Menschen. „Free Palestine“-Rufe waren zu hören. Die Berliner Polizei war mit mehreren Einsatzhundertschaften vor Ort. Darunter waren den Angaben zufolge auch Einheiten der Bundespolizei. Nach mehrmaligen Aufforderungen, den Ort zu verlassen, hat die Polizei mehrere Menschen festgenommen.
Nach ersten Erkenntnissen vor Ort gab es an der Ecke Pannierstraße zwei Verletzte. Es sollen auch mehrere Feuerwerkskörper in Richtung der Polizisten abgegeben worden sein. Kurz nachdem die illegale Ansammlung in der Sonnenallee aufgelöst wurde, brannte gegen 0.15 Uhr ein Carsharing-Auto in der Thiemannstraße, Höhe Weigandufer, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die Feuerwehr löschte das Auto. Ein Ausbrennen konnte jedoch nicht mehr verhindert werden. Ein weiteres Carsharing-Auto wurde durch die starke Hitze beschädigt. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich dabei um Brandstiftung.
5.45 Uhr: USA schicken Raketenabwehrsysteme in den Nahen Osten
Das Pentagon hat angekündigt, ein THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense) in den Nahen Osten zu entsenden, zusammen mit zusätzlichen Bataillonen des Patriot-Luftabwehrraketensystems. Das THAAD-System ist darauf ausgelegt, ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen in der Endphase ihres Fluges abzuschießen.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte außerdem, dass zusätzliche Truppen in der Region in Bereitschaft versetzt worden seien.
4.30 Uhr: UN-Organisationen bezeichnen 20 Hilfstransporter als „Tropfen auf den heißen Stein“
Eine Gruppe von UN-Organisationen hat zu einem humanitären Waffenstillstand im Gazastreifen aufgerufen. Das Welternährungsprogramm und die Weltgesundheitsorganisation gehören zu den UN-Organisationen, die in einer gemeinsamen Erklärung die Lage in Gaza als „katastrophal“ bezeichnet haben. Am Samstag kamen zum ersten Mal seit zwei Wochen 20 Hilfsgütertransporte aus Ägypten. Die Organisationen erklärten jedoch, dass die über den Grenzübergang Rafah geflossenen Hilfsgüter nur einen „Tropfen auf den heißen Stein“ darstellten, verglichen mit dem, was benötigt wurde.
24 Uhr: Wieder Beschuss aus dem Libanon - Israels Armee trifft „Terrorzellen“
Israels Armee hat nach erneutem Beschuss und versuchten Raketenstarts aus dem Libanon eigenen Angaben zufolge „Terrorzellen“ im Süden des Nachbarlands angegriffen. Dabei habe es „Treffer“ gegeben, teilte das Militär am Samstag mit. Berichten zufolge wurden mehrere Kämpfer der Hisbollah sowie ein Mitglied des Islamischen Dschihads im Libanon getötet. Aus dem Libanon waren Armeeangaben zufolge mehrere Raketen auf verschiedene Gegenden in Israel abgefeuert worden. Dabei sei ein Soldat getroffen und schwer verletzt worden. Zwei weitere wurden demnach leicht verletzt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de