"Nicht von oben herab"

Jan Thomsen
2 Min

Als kürzlich vorab bekannt wurde, dass "be Berlin" der zentrale Slogan der Hauptstadt-Kampagne würde, gab es meist skeptische Reaktionen: zu uneindeutig, zu schwammig, zu allgemein, lautete die Kritik von Profis und Laien. Doch diesen Einwand lassen Andreas Mack und Katrin Androschin von der Berliner Marketing-Agentur Embassy nicht gelten. Beide haben, mit weiteren Partnern, den Slogan und die Grundkonzeption der Kampagne entwickelt, beide sind erfahrene Marken-Experten, die schon für Unternehmen wie Lufthansa, Audi, Renault und Telekom arbeiteten. "Das ist ein Slogan, der durch die Beteiligung der Berliner erst richtig gefüllt wird", sagt Mack, ein smarter 41-Jähriger mit raspelkurzem Grauhaar.Eben dies sei das Besondere, erklärt die Kommunikationsdesignerin und -dozentin Katrin Androschin, ebenfalls 41 Jahre alt. "Im Städtemarketing ist das neu, dass man gezielt die Interaktion mit den Bürgern sucht." Es gehe nicht um eine Botschaft, die "von oben herab" diktiert werde, sondern um die "Kommunikation einer Stadt mit ihrer Bevölkerung", an der jeder mit seiner eigenen Berlin-Geschichte teilhaben kann. Dass es dabei in Berlin nicht nur die gewünschten Erfolgsgeschichten gibt, weiß auch Mack, der über Markenstrategien an der Universität der Künste lehrt. "Wir wollen die Stadt nicht in Gewinner und Verlierer teilen, sondern die Chancen für jeden zeigen", sagt er. Auch mit Verballhornungen des Slogans rechnen die beiden. "Die zeigen immer auch, dass etwas die Leute berührt und dass es bei ihnen ankommt", sagt Androschin. (jan.)------------------------------Foto: Sind Berlin: Katrin Androschin und Andreas Mack.

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