Das gelang nicht, nur der Norweger Per Skjelbred zwang Werders Torhüter Raphael Wolf mit einem straffen Schuss zu einer Parade (9.). Danach gab es viel Gerangel, viele Unterbrechungen durch den schwachen Schiedsrichter Robert Hartmann und zahlreiche kleine Fouls zuvorderst von Bremer Profis. Vor allem der Brasilianer Ronny, der den an Grippe erkrankten Alexander Baumjohann ersetzte, musste leiden. Nach einer Stunde bat er um seine Auswechslung und humpelte in die Kabine. Die Diagnose am Sonntag: Schwere Prellung am Sprunggelenk.
Schon vor Anpfiff im mit 42.000 Fans, darunter knapp 4000 Berlinern, ausverkauften Weserstadion, hatte der Sprecher verkündet: „Ich wünsche allen einen spannenden Nachmittag vor allem auf den anderen Plätzen.“ So kam es dann auch. Die Tormeldungen auf der Videotafel waren meist aufregender als das Geschehen auf dem Rasen. Vor allem bei den Treffern des FC Bayern beim Bremer Erzrivalen Hamburger SV skandierte die Arena: „Liga zwei, Hamburg ist dabei!“
Dumm angestellt
Dem scheidenden Bremer Angreifer Aaron Hunt (siehe auch Seite 13) war es zu verdanken, dass immerhin noch einiges passierte. Hunt traf gleich zweimal – zuerst nach Doppelpass mit Franco Di Santo (48.) und in der Nachspielzeit nach einem Alleingang (90. + 4). Herthas Mittelstürmer Sandro Wagner, der den schwachen Adrián Ramos nach 60 Minuten ersetzte, war sauer: „Wir wollten Platz 10 sichern, aber wir haben uns zweimal dumm angestellt bei den Gegentoren.“ Auch Jos Luhukay gab zu: „Hinten waren wir zu naiv und vorne fehlte die Durchschlagskraft.“
Auf der Trainerbank oder auf dem Platz, so Luhukay am Sonntag, habe niemand mitbekommen, dass einige Hertha-Fans vor dem Spiel randalierten. Die traurige Bilanz: Durch Stein-und Flaschenwürfe wurden sieben Polizisten verletzt, es gab 35 Anzeigen wegen Landfriedensbruchs. Luhukay: „Solche Dinge schaden unserem Verein. Das tut Hertha nicht gut.“
Die Erkenntnis des Trainers nach dem Auftritt von Bremen ist nicht neu: „Dass wir uns verstärken müssen, ist deutlich geworden. Wir haben oft am Limit gespielt und brauchen neue Qualität.“ Geplant sind vier bis fünf oder gar sechs neue Spieler für alle Mannschaftsteile – außer auf der Torwartposition. Auch Abgänge wird es geben. Ohne Namen zu nennen, sagte Luhukay: „Es ist schon mit Spielern gesprochen worden über deren Perspektive.“ Wackelkandidaten sind Keeper Sascha Burchert, Fabian Holland und auch Christoph Janker. Hany Mukhtar soll ausgeliehen werden, Lewan Kobiaschwili beendet seine Karriere. Die aussortierten Maik Franz und Peer Kluge streiten noch vor dem Arbeitsgericht um Teilnahme am Profitraining. Spielen werden sie unter Luhukay nicht mehr. Ein Umbruch ist gewiss.
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