Seine Mannschaft müsse den eigenen Strafraum wieder besser verteidigen als zuletzt, hatte Fischer vor der Partie gefordert und mit diesem Ziel erneut eine Fünferkette aufs Feld geschickt. Mit Timo Baumgartl als zentraler Figur, mit Paul Jaeckel und Dominique Heintz als Zuarbeiter für die innere Sicherheit, sowie - und das kam dann doch etwas überraschend - mit Julian Ryerson und Bastian Oczipka als Außenverteidiger.
Baumgartl, der den gelbgesperrten Robin Knoche als Abwehrchef ersetzte, und die anderen waren auf der Alm dann auch von der ersten Sekunde voll gefordert. Insbesondere durch Bielefelds Rechtsaußen Patrick Wimmer, der sich als Unruhestifter hervortat, sich immer wieder in Position spurtete und dribbelte, um schließlich in der elften Minute ziemlich unvermittelt mit einem Linksschuss aus 20 Metern den Abschluss zu suchen. Der Ball klatschte gegen den Außenpfosten, war zuvor noch leicht abgefälscht worden. Andreas Luthe staunte nicht schlecht.
Weil auch Rani Khedira (nach Gelbsperre in die Startelf zurückgekehrt), Grischa Prömel und Sheraldo Becker im Einstieg vorwiegend mit Abwehrarbeit beschäftigt waren, entwickelten die Eisernen zunächst nur sporadisch so etwas wie Torgefahr. Letztgenannter setzte nach einer Viertelstunde Arminias Keeper Stefan Ortega so unter Druck, dass dessen unkontrollierter Abwehrversuch bei Taiwo Awoniyi landete. Der Nigerianer allerdings war offensichtlich zu überrascht von der Gelegenheit, um daraus auch die Führung zu machen. Ortega konnte seinen Abschluss locker entschärfen.
Becker bringt sich als Vorbereiter ein
Nun war es allerdings auch so, dass die Unioner durch das gemeinschaftliche Verteidigen die Gastgeber immer besser in den Griff bekamen. Baumgartl wirkte durchaus souverän, auch der bissige Ryerson, der immer öfter Becker beim Stürmen unterstützen konnte, wusste zu gefallen. Nur Jaeckel unterliefen bei aller Einsatzfreude einfach zu viele Fehler.
Becker war dann auch neben Wimmer auffälligster Akteur auf dem Platz, als Vorbereiter einer sehr guten Chance für Khedira (36.), der allerdings den Ball aus elf Metern auf die Tribüne jagte, und einer guten Chance für Sven Michel (42.), der mit seinem Kopfball das Tor aber dann doch klar verfehlte.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte erweckte das, was die Bielefelder vorbrachten, doch eher den Eindruck der Harmlosigkeit. Bis es Ortega in der 55. Minute einfach mal mit einem langen Schlag versuchte. Eigentlich waren die Unioner bei diesem langen Schlag auch gut gestaffelt, doch nachdem Baumgartl das Kopfballduell gegen Janni Serra verloren hatte, ging alles ganz schnell. Der Ball kam zu Wimmer, den Baumgartl einfach gewähren ließ, Heintz und Oczipka waren schlecht positioniert, sodass Wimmer auf Masaya Okugawa passen konnte. Okugawa verwertete das Zuspiel geschickt, schloss flugs ab und überwand Luthe mit einem Schuss aus 14 Metern.
Fischer stellt von Fünfer- auf Viererkette um
Kurze Zeit später verletzte sich Heintz bei einem Zweikampf mit Wimmer, musste ausgewechselt werden, was Fischer sogleich auch zu einem Wechsel der Taktik nutzte. Er stellte auf eine Viererkette um, im Endeffekt auf ein 4-3-3, bei dem der eingewechselte Andreas Voglsammer den Linksaußen gab.
Dadurch wurde das Offensivspiel der Köpenicker tatsächlich etwas zwingender. Awoniyi beispielsweise hatte eine gute Möglichkeit zum Ausgleich, scheiterte aber in der 66. Minute erneut an Ortega, der mit seinen Qualitäten im Abstiegskampf der Bundesliga eigentlich nichts mehr zu suchen hat.
Fischer legte mit weiteren Einwechslungen nach, brachte auch noch Keita Endo, Kevin Möhwald und Kevin Behrens ins Spiel, wobei es nicht ganz nachzuvollziehen war, warum er in der Schlussphase nicht noch auf Awoniyi auf dem Platz haben wollte. Der Nigerianer war jedenfalls ab der 75. Minute nur Zuschauer, während sich die Kollegen bei ziemlich guten Chancen von Behrens und Möhwald letztlich vergeblich noch knapp 20 Minuten lang um den Ausgleich bemühten. Und während Luthe in der 81. Minute bei einem abgefälschten Schuss von Alessandro Schöpf mit einer großartigen Parade das 0:2 verhinderte.
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