Südkorea hält seit Jahren den weltweiten Negativrekord bei der Geburtenrate – aktuell kommen im Schnitt nur 0,75 Kinder pro Frau zur Welt. Experten warnen: Setzt sich der Trend fort, könnte die Bevölkerung von derzeit rund 52 Millionen binnen 60 Jahren auf etwa die Hälfte schrumpfen.
Die Folgen der demografischen Krise zeichnen sich schon jetzt ab. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt rapide, was das Wirtschaftswachstum bremst, die Steuerbasis schrumpfen lässt und Renten- sowie Gesundheitsausgaben explodieren lässt. Laut Prognosen wird die Zahl der Arbeitskräfte bis 2070 um ein Drittel zurückgehen. Schon heute entfallen fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf Gesundheitskosten – Tendenz steigend.
Niedrige Geburtenrate: Südkoreas Militär schrumpft um 20 Prozent
Auch die nationale Sicherheit leidet. Wegen fehlender junger Männer ist die Truppenstärke der südkoreanischen Streitkräfte in den vergangenen sechs Jahren um 20 Prozent auf 450.000 Soldaten geschrumpft – ein historischer Tiefstand. Militäranalysten sehen damit die Mindestgröße von 500.000 Soldaten, die für eine glaubwürdige Verteidigung gegen Nordkorea nötig sei, klar unterschritten.
Die Regierung versucht gegenzusteuern – mit höheren Geburtenanreizen, Steuervergünstigungen, Kinderbetreuungsprogrammen und Debatten über eine Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen. Doch trotz Milliardenprogrammen in den vergangenen zwei Jahrzehnten blieb der erhoffte „Babyboom“ aus. Fachleute fordern daher tiefgreifendere gesellschaftliche Reformen, darunter mehr Arbeitszeitsouveränität, bezahlbaren Wohnraum und die Öffnung gegenüber Einwanderung.
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