Bulgarien

Ungewöhnlicher Fund: Niedrigwasser in der Donau legt offenbar Mammut-Reste frei

Der Rekordtiefstand der Donau gab bei Ryahovo die Sicht auf alte Knochen frei. Fachleute vermuten Überreste eines Mammuts im Flussbett. Am Donnerstag sollen Experten das Alter bestimmen.

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Der niedrige Wasserstand der Donau gibt derzeit in mehreren Ländern den Blick auf den Flussgrund frei.

Der niedrige Wasserstand der Donau gibt derzeit in mehreren Ländern den Blick auf den Flussgrund frei.

© Armin Weigel/dpa

Der ungewöhnlich niedrige Wasserstand der Donau hat nahe dem bulgarischen Dorf Ryahovo im Bezirk Ruse mutmaßliche Mammutreste freigelegt. Das zurückweichende Wasser brachte am Flussgrund Knochen zum Vorschein, die nach Einschätzung von Fachleuten laut bulgarischen Medien zu einem Tier gehören, das vor Zehntausenden von Jahren in der Region lebte.

Entdeckt wurde der Fund von einem Anwohner, der die ungewöhnlichen Knochen im Flussbett bemerkte. Das berichtete unter anderem die bulgarische Nachrichtenagentur BTA am Mittwoch unter Berufung auf Historiker.

Was am Flussgrund entdeckt wurde

Die Anwohner alarmierten nach dem Fund Fachleute des Regionalen Historischen Museums in der nahegelegenen Stadt Ruse. Museumsdirektor Nikolay Nenov sagte laut BTA, die vor Ort entsandten Experten hätten einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und möglicherweise eine Mammutrippe erkannt.

Die Knochen sollen nun am Donnerstag geborgen und anschließend eingehend untersucht werden. Ziel ist es, Herkunft und Alter der Überreste genau zu bestimmen.

„Ich würde es nicht als Sensation bezeichnen, aber jede Entdeckung derart alter Überreste ist sehr wichtig für die Wissenschaft“, sagte Nenov laut BTA. Er ergänzte, es gelte seit Langem als wahrscheinlich, dass der Fundort einst ein Sumpf gewesen sei, in dem das Tier vor Tausenden von Jahren vermutlich verendete.

Warum der Fund für die Forschung bedeutsam ist

Mammutreste zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der Eiszeit auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens. Sie helfen Wissenschaftlern dabei, die damaligen Klimabedingungen, die Vegetation und die Tierwelt zu rekonstruieren.

Nordbulgarien und insbesondere die Donauregion sind dafür bekannt, dass dort im Laufe der Jahre zahlreiche Fossilien prähistorischer Tiere entdeckt wurden. Nun sollen Spezialisten klären, zu welcher Mammutart die Knochen gehören und wie alt sie sind.

Auf Fotos, die von der Gemeinde Slivo Pole veröffentlicht wurden, sind die außergewöhnlichen Knochen deutlich zwischen den für die Donau typischen Muscheln zu erkennen.

Rekordtiefstand der Donau als Auslöser

Seit mehreren Wochen liegt der Wasserstand der Donau ungewöhnlich niedrig. Nach Angaben von Reuters sind die Pegel in den vergangenen Wochen auf Rekordtiefs gefallen – Folge anhaltender Hitzewellen und Dürre, die Flüsse in ganz Europa betreffen.

An vielen Stellen des bulgarischen Abschnitts haben sich Sandbänke und kleine Inseln gebildet. Wegen der geringen Wassertiefe ist die Schifffahrt auf einigen Abschnitten nur mit besonderer Vorsicht möglich. Solche niedrigen Pegel gelten Experten zufolge eher für den Hochsommer als typisch für diese Jahreszeit.

Der Fund bei Ryahovo zeigt damit eine unerwartete Kehrseite der Dürre: Das Niedrigwasser bringt nicht nur Probleme für Schifffahrt und Ökosysteme, sondern legt mitunter auch einzigartige Zeugnisse der fernen Vergangenheit frei.

Donau-Niedrigwasser: Folgen auch für Schifffahrt

Welche Folgen der niedrige Pegel für die Schifffahrt haben kann, zeigte sich zuletzt bei Vidin in Bulgarien. Dort lief das unter Schweizer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff „Viking Ullur“ am Dienstagmorgen mit 186 Passagieren aus EU-Ländern und 52 Besatzungsmitgliedern an Bord auf Grund.

An Bord wurden Berichten zufolge die Lebensmittel und das Trinkwasser knapp, weil das Schiff den Hafen von Vidin nicht erreichte. Nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, das Schiff freizubekommen, evakuierte die bulgarische Grenzpolizei es samt ihrer 186 Passagiere schließlich mit einem Patrouillenboot nach Vidin.

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