Ermittler des Berliner Landeskriminalamtes sehen der EU-Erweiterung gelassen entgegen. Er glaube nicht, dass es einen Anstieg der Kriminalität geben wird, sagte ein Beamter der Berliner Zeitung. Auch bislang schon hatten Bürger aus den baltischen Republiken, aus Polen, Tschechien und Ungarn keine Probleme nach Deutschland zu kommen. Kriminelle gehen immer in wirtschaftliche Ballungsräume, dorthin wo zum einen das meiste Geld verdient wird und zum anderen der polizeiliche Druck am geringsten ist, wissen die Ermittler. Sie gehen davon aus, dass bestimmte Tätergruppen sogar in Ballungsgebiete der neuen Mitgliedsstaaten abwandern werden, weil dort der Verfolgungsdruck noch geringer ist als in Deutschland. Drogenkuriere, illegale Zigarettenhändler, Menschenschleuser und Autodiebe gehen immer den Weg des geringsten Widerstandes. Bestimmte Tätergruppen, zum Beispiel rumänische Einbrecherbanden, seien bereits aus Berlin Richtung Osten weitergereist, heißt es im Landeskriminalamt. Entscheidend für Berlin in den nächsten Wochen und Monaten sei der schnellere Informationsaustausch mit den Nachbarländern. Entsprechende Projekte mit Lettland und Estland sind in vollem Gange. (ls.)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de