Russland

Putin schenkt Kim Jong-un Luxuswagen – wurde damit gegen UN-Sanktionen verstoßen?

Kim Jong-un hat vom russischen Präsidenten ein Luxusauto geschenkt bekommen. Südkorea beklagt eine mögliche Verletzung der Sanktionen gegen sein Nachbarland.

BLZ/AFP
3 Min
Die Aurus-Senat-Limousine des russischen Präsidenten. Wladimir Putin soll Kim Jong-un einen ähnlichen Wagen geschenkt haben.

Die Aurus-Senat-Limousine des russischen Präsidenten. Wladimir Putin soll Kim Jong-un einen ähnlichen Wagen geschenkt haben.

© Dmitriy Azarov/imago

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un ein Auto aus russischer Produktion geschenkt. Kim sei von dem „Präsidenten der Russischen Föderation ein in Russland hergestelltes Auto für seinen persönlichen Gebrauch überreicht“ worden, berichtete am Dienstag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA in Pjöngjang.

Die Limousine sei am vergangenen Sonntag an Kims engste Vertraute übergeben worden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte später das Geschenk und sagte, es handele sich um einen Aurus, eine Limousine des Typs, den Putin selbst benutzt.

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Kims einflussreiche Schwester Yo Jong bezeichnete das „Geschenk“ demnach als „klaren Beweis für die besonderen persönlichen Beziehungen zwischen den Spitzenpolitikern beider Länder“.

Putin empfing Kim im September letzten Jahres auf dem Kosmodrom von Wostotschny im Fernen Osten Russlands, was seine erste Auslandsreise seit vier Jahren war. Bei diesem Besuch inspizierte der nordkoreanische Staatschef Putins Aurus-Senat-Limousine und wurde eingeladen, auf dem Rücksitz Platz zu nehmen. Kim hatte sich in Russland in seiner Maybach-Limousine bewegt, die per Sonderzug von Nordkorea aus transportiert worden war.

Südkorea wirft Russland vor, sich nicht an UN-Sanktionen zu halten

Das südkoreanische Vereinigungsministerium verurteilte jedoch das Geschenk als Verletzung der 2017 auch von Russland beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea. Es sei „dreist“ von Nordkorea, Verstöße gegen die Sanktionen öffentlich zu machen, sagte ein Ministeriumsvertreter vor Journalisten. Auch Russland müsse sich in der Angelegenheit „seiner Verantwortung als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats bewusst sein“. Moskau solle „jede Handlung unterbinden, die internationale Normen untergräbt“.

Dazu, welcher Modellreihe das Fahrzeug angehört, das Putin Kim geschenkt haben soll, machten nordkoreanische Stellen keine Angaben. Kim ist für seine Vorliebe für Luxusautos bekannt, unter anderem wurde er in SUVs der Marke Lexus und in Wagen der S-Klasse von Mercedes-Benz gesichtet.

Pjöngjang und Moskau sind traditionell Verbündete, haben ihre Beziehungen in der jüngeren Vergangenheit aber noch erheblich ausgebaut. Anfang Februar reiste eine Gruppe russischer Touristen für einen mehrtägigen Aufenthalt nach Nordkorea – als erste ausländische Gruppe seit der Corona-Pandemie.

Staaten wie die USA und Südkorea werfen Nordkorea vor, Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Waffen und Munition zu unterstützen. Russland verbraucht riesige Mengen an Geschossen und kommt Experten zufolge mit deren Produktion im eigenen Land nicht nach. Nordkorea wiederum unterliegt wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms zahlreichen UN-Sanktionen – und setzt westlichen Angaben zufolge auf den Transfer russischer Technologie.

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