Vier Ziffern reichen, damit bei einer Flugsicherung sofort die Warnsysteme reagieren: 7700. Genau diesen Code sollen die Piloten einer Lufthansa-Boeing 747-8 auf dem Weg von Johannesburg nach Frankfurt gefunkt haben.
Am Ziel kam der Jumbojet bislang nicht an – und das aus guten Gründen.
Statt in Frankfurt am Main setzte die Maschine in Brazzaville auf, der Hauptstadt der Republik Kongo. Die Lufthansa-Notlandung im Kongo unterbrach damit einen Langstreckenflug zwischen Südafrika und Deutschland.
Worum es sich beim Notfall genau handelte, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Im Raum steht ein Verdacht: Rauch in der Kabine. Das berichtete in der Nacht zuerst und exklusiv das Portal t-online unter Berufung auf das Portal Flightradar24.
Kein Rauch an Bord, aber hohe Sicherheitsstandards
Lufthansa hat die Notlandung inzwischen offiziell bestätigt. Auslöser war nach Angaben der Airline ein „undefinierbarer Geruch“ in der Kabine – und nicht, wie zunächst gemeldet, Rauch durch elektrische Geräte. Das bestätigte ein Sprecher des Luftfahrtunternehmens auf Anfrage unserer Redaktion am Morgen.
Die Boeing 747-8 sei in der Nacht sicher und normal in Brazzaville gelandet, alle 363 Passagiere und die Crew seien wohlauf und kontrolliert ins Terminal gebracht worden. Untergebracht wurden sie demnach in einem Hotel. Im Laufe des Tages will Lufthansa die Gäste mit einem Ersatzflugzeug nach Frankfurt bringen.
Die betroffene Maschine bleibt zur technischen Überprüfung in Brazzaville. „Sicherheit hat für Lufthansa oberste Priorität“, teilte das Unternehmen mit.
Was auf dem Flug von Johannesburg nach Frankfurt geschah
Betroffen war der Lufthansa-Flug LH573, planmäßig eine tägliche Nonstop-Verbindung von Johannesburg nach Frankfurt.
Am Morgen hatten die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung bestätigt, dass die Maschine nach wie vor nicht gelandet war. Der Flug wird zur Stunde sowohl beim Fachportal Skyscanner als auch auf der Seite des Flughafens Frankfurt am Main als „verspätet“ angegeben.
Was bedeutet das Notsignal 7700?
Der Transpondercode 7700 ist international einheitlich. Er signalisiert der Flugsicherung, dass sich ein Flugzeug in einer Not- oder Dringlichkeitslage befindet.
Laut dem Aeronautical Information Manual der US-Luftfahrtbehörde FAA löst der Code an den Radarstellen normalerweise einen Alarm oder Sonderhinweis aus.
Auf der Seit des Flughafens Frankfurt wird der Flug weiterhin als verspätet ausgegeben. Angerufen hier um 08:30 Uhr.
© https://www.frankfurt-airport.com/
Entscheidend: Aus den vier Ziffern allein ergibt sich nur, dass ein Notfall vorliegt – nicht, welcher. Der Code steht sowohl für technische Probleme als auch für medizinische Notfälle an Bord.
Warum Airlines bei Rauch besonders vorsichtig sind
Aufhorchen ließ zunächst die Angabe, es habe Rauch in der Kabine gegeben – was das Unternehmen in dieser Form nun dementierte. Rauch kann unter anderem durch brennende Akkus ausgelöst werden und schnell eine kritische Situation provozieren.
Denn Elektronik mit Lithiumbatterien gilt bei Luftfahrtbehörden seit Jahren als wachsendes Risiko in der Kabine. Die europäische Agentur Easa hielt 2025 fest, dass entsprechende Vorfälle zunehmen – und dass Passagiere im Schnitt vier bis fünf elektronische Geräte mit sich führen.
Die US-Behörde FAA warnte, dass Lithiumbatterien in Gepäckfächern schwerer zu überwachen sind. Als wichtigste Reaktion nennt sie Kühlung mit viel Wasser.
Auch Lufthansa hat reagiert: Seit dem 15. Januar 2026 gelten strengere Powerbank-Regeln. Laden und Nutzen an Bord sind untersagt, ebenso die Aufbewahrung in den Fächern über den Sitzen.
Boeing 747-8 – so groß ist der betroffene Jumbojet
Die Boeing 747-8 ist eines der größten Passagierflugzeuge der Lufthansa-Flotte. Der Konzern betreibt nach eigenen Angaben 18 dieser Jumbos. Jeder bietet Platz für 364 Passagiere.
Zu den Eckdaten zählen rund 13.000 Kilometer Reichweite und ein maximales Startgewicht von 442.300 Kilogramm. Der Typ fliegt vorwiegend lange, nachfragestarke Interkontinentalstrecken.
Brazzaville als Ausweichflughafen – kein Provinzplatz
Der Flughafen Maya-Maya in Brazzaville ist mehr als eine reine Notfalloption.
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Der Flughafen wird regulär international angeflogen. Auf der offiziellen Abflugtafel standen zuletzt unter anderem Verbindungen nach Addis Abeba sowie zweimal nach Paris.
Für eine Boeing 747-8 mit mehreren Hundert Menschen an Bord bietet ein solcher internationaler Flughafen die passende Infrastruktur. Sicher ist nun also, dass alle Passagiere und die Crew sicher sind – nach einem Schreckmoment in der Nacht.
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