Die längste Zeit verbringen Michelle Obama, ihre Schwägerin und die beiden Töchter beim Besuch der Mauergedenkstätte auf dem Aussichtsturm des Dokumentationszentrums. Von dort aus erhalten sie einen besonders guten Eindruck vom Aufbau des verbliebenen Restes der einst mitten durch die Stadt verlaufenden Grenzanlagen, von der „Absurdität der Teilung“, wie Axel Klausmeier, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, es nennt. Und es ist schattig.
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Seine Besucherinnen hätten sehr viel nachgefragt, sagt Klausmeier, der eine Mappe mit alten Fotos dabei hatte. Vor allem die Auswirkungen der Teilung für die Menschen hätten sie interessiert. Da war es praktisch, dass mit dem Kanzleringatten Joachim Sauer auch ein ehemaliger DDR-Bürger dabei war, der aus eigenen Erleben berichten kann.
Von ihm haben die Obamas erfahren, dass auch er sich nie hätte träumen lassen, dass die Mauer jemals wieder fällt. Für die Präsidenten-Töchter hat Sauer die Reproduktion einer alten Ausgabe der Zeitschrift National Geographic mitgebracht, in der Verlauf der deutsch-deutschen Grenze verzeichnet ist. Die hat er einst heimlich in Prag gekauft. In der DDR war der Besitz verboten.
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Unter den rund Hundert Schaulustigen, die hinter Absperrungen in der prallen Sonne warten, ist auch Christiane Schmidt. Sie ist eine Anwohnerin aus der Ackerstraße und hat für Michelle Obama einen hübsch gebundenen Blumenstrauß mitgebracht aus Hortensien, Schleierkraut und Gräsern.
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Ihr Versuch, ihn wenigstens einem amerikanischen Sicherheitsmann im schwarzen Anzug mitzugeben, scheitert an der völligen Reaktionslosigkeit ihres Gegenübers. Als der Tross nach kurzem Besuch das Freiluftmuseum verlässt, ruft Christiane Schmidt „welcome in Berlin!“ und animiert die Wartenden zu einem Applaus. Aber Michelle Obama wendet nicht einmal den Kopf. Gut hundert Meter entfernt hat sie wahrscheinlich gar nichts gehört.
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