Öffentliche WCs

Berlin auf Platz Eins im Toiletten-Ranking - im Ernst?

Große Umfrage des IMWF Instituts zum stillen Örtchen.

Elmar Schütze
2 Min
Öffentliche Toilette in Berlin. Symbolbild.

Öffentliche Toilette in Berlin. Symbolbild.

© imago/STPP

Es ist so eine Sache mit den stillen Örtchen, erst recht in Berlin. Es gibt einfach zu wenige. Gefühlt. Denn wenn man eins braucht, ist meist keins da. Sucht man in der Not ein Restaurant auf, wird man spätestens an der Toilettentür mit einem Schild – meist recht unfreundlich – darauf hingewiesen, dass das Örtchen nur für Lokalbesucher gedacht ist, alle anderen sollen bezahlen.

Wer soll da kein schlechtes Gewissen bekommen? Schöner sind sowieso die historischen Urinale, weithin bekannt als „Café Achteck“. Aber die sind ja meistens nicht mehr in Betrieb, wenn man mal vom Rüdesheimer Platz absieht. In der Schlesischen Straße etwa werden seit langem schon Burger verkauft.

27 Prozent halten Angebot für "gut bis sehr gut"

Aber der Schein der Knappheit trügt offenbar. Wie sonst kann man erklären, dass Berlin in einem bundesweiten Toiletten-Ranking am besten abschneidet? Nach einer Umfrage des IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung aus Hamburg sind die Berliner mit ihren öffentlichen Toiletten am zufriedensten.


27 Prozent der Hauptstädter halten das derzeitige Angebot öffentlicher Toiletten für „gut bis sehr gut“, bundesweit sind es nur 24 Prozent. Vor allem in Sachen Sauberkeit und Ausstattung kommen Berlins Bedürfnisanstalten besonders gut weg – zwei Drittel finden sie sauber, fast drei Viertel sind mit dem Vorhandensein von Klopapier und Co. sehr einverstanden. Anlagen in anderen Städten stinken laut Umfrage dagegen ab.

„Saubere Klos gegen Werberechte“

Berliner wissen, wessen Verdienst – natürlich im wahrsten Sinne des Wortes – der insgesamt erfreuliche Zustand der Klos ist. Nämlich der der Werbefirma Wall. Der Vertrag nach dem Motto „Saubere Klos gegen Werberechte“ war gut, beide Seiten haben profitiert. Mit der Betonung auf war und haben. Bekanntlich hat der Senat den Vertrag zu Ende 2018 gekündigt.

Man gönnt den Privaten die Einnahmen nicht länger und will die Toiletten lieber in Eigenregie betreiben. Ob das klappt? Ob auch danach alles so sauber und gepflegt sein wird? Wir sind gespannt auf die nächste Umfrage.

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