Die großen Wortgefechte des Abends hatte man bei dieser Ausgabe von Markus Lanz eigentlich zwischen Linke-Chef Jan van Aken und der Journalistin Mariam Lau erwartet, denn es sollte anlässlich des neuen Manifests aus den Reihen der SPD um Aufrüstung und Waffenlieferungen gehen. Interessant wurde der Abend allerdings vor allem deswegen, weil es plötzlich um das Demokratieverständnis einer neuen Generation von Journalisten ging: Der Podcaster Fritz Espenlaub offenbarte eine durchaus erschreckende Sehnsucht nach Klarheit, die ihn jegliche demokratische Diskussionen am liebsten ausschalten lassen würde.
Die Sendung begann mit dem üblichen Diskurs pro und kontra Bewaffnung und Waffenlieferungen, in dessen Erwartbarkeit man es sich in den vergangenen Wochen und Monaten fast schon gemütlich eingerichtet hat. Der Politikwissenschaftler Frank Sauer, der an der Universität der Bundeswehr lehrt, hielt ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine naturgemäß für schwierig und attestierte dem seiner Meinung nach immer noch zu zurückhaltenden Deutschland: „Wir sind die Vegetarier in einer Welt voller Fleischfresser.“
TV-Kritik
ÖRR-Journalist bei Markus Lanz: So kann auch eine linke Weltsicht die Demokratie aushöhlen
Mit Linke-Chef Jan van Aken sollte es bei Markus Lanz eigentlich mal wieder um Aufrüstung und Waffenlieferungen gehen – bis ein junger Journalist Nachhilfe in Sachen Demokratieverständnis brauchte.
Max Kühlem
Max Florian Kühlem
5 Min
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Fritz Espenlaub bei Markus Lanz
© Screenshot Markus Lanz