„Ich könnte vor Wut explodieren“

Özdemir: Nordrhein-Westfalen „gibt Erdogan Zugang zu Schulen“

In Nordrhein-Westfalen soll die Organisation Ditib den islamischen Religionsunterricht mitgestalten. Cem Özdemir wirft der Landesregierung Naivität vor.

Team News dpa/kmi
2 Min
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) 

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) 

© dpa/Marijan Murat

Nordrhein-Westfalen verrate gerade diejenigen islamischen Gruppen, „die sich zum Grundgesetz und zu unserer offenen Gesellschaft bekennen“. In der vergangenen Woche hatte FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer mitgeteilt, dass die Ditib als größte Islam-Organisation künftig Mitglied einer neuen Kommission sein soll, in der insgesamt sechs Islamverbände über den Ausbau und die künftige Gestaltung des islamischen Religionsunterrichts an den Schulen im Land mitentscheiden.

Özdemir: „Wollen keine Papageien, die die Agenda Ankaras nachplappern“

In den Jahren zuvor hatte das Land die Kooperation wegen ihrer Nähe zu Ankara auch im Schulbereich auf Eis gelegt. Gebauers Angaben bei der Vorstellung der Pläne am Montag zufolge hatte die Ditib aber zuletzt „intern, aber auch öffentlich“ eine „Staatsferne“ dargelegt. Konkret geht es um eine Beteiligung bei der Genehmigung von Lehrbüchern.

Özdemir betonte in der Welt am Sonntag, Muslime hätten jedes Recht, ihre religiösen Bedürfnisse zu artikulieren. Die islamischen Verbände erfüllten jedoch nicht die „Voraussetzungen für die Anerkennung“. Özdemir weiter: „Wir wollen keine Papageien, die die Agenda Ankaras oder Teherans nachplappern. Was wir brauchen, ist eine Vertretung der in Deutschland lebenden Muslime auf dem Boden des Grundgesetzes.“ So gebe es inzwischen auch Abspaltungen der Ditib, die einen „vernünftigen Kurs“ verfolgten.

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