Oleander-Rennen in Hoppegarten

Altano, König der Steher

Der Wallach Altano gewinnt das hochdotierte Rennen in Oleander-Hoppegarten. Und dass, obwohl der Galileo-Sohn viele gesundheitliche Probleme durchzustehen hatte, bevor er sich zu einem Champion mauserte.

Markus Lotter
3 Min
Jockey Eduardo Pedroza und Altano.

Jockey Eduardo Pedroza und Altano.

© imago sportfotodienst Lizenz

Im Renntagsekretariat, das auf der Galopprennbahn zu Hoppegarten im denkmalgeschützten Waagegebäude zu finden ist, genießt Andreas Wöhler am späten Sonntagnachmittag noch mal in Ruhe seinen Triumph: den Doppelsieg beim mit 55 000 Euro dotierten 43. Oleander-Rennen, den der Galopptrainer aus Gütersloh wenige Minuten zuvor noch nahezu regungslos auf der Haupttribüne live miterlebt hatte. Kein Lächeln war da zu sehen. Kein Applaus. Als sei das alles eine Selbstverständlichkeit.

Jetzt also die Wiederholung im hauseigenen Fernsehsender der Rennbahn im Grünen, übertragen auf einem Mini-Bildschirm mit krachendem Kommentar. In der Linken hält Wöhler eine Flasche Champagner, in der Rechten die silberne Siegerschale. Wöhler hört und sieht: „Rock of Romance schiebt sich im Schlussbogen an Lucarelli vorbei, noch 500 Meter, Rock of Romance mit Jozef Bojko im Sattel liegt vorne, jetzt kommt aber Altano auf, noch 300 Meter, Altano setzt sich ab, eine Länge, zwei Längen, noch 200 Meter, Altano gewinnt klar mit Eduardo Pedroza im Sattel vor Rock of Romance.“

Zum Champion gereift

Man muss wohl das Siegen gewohnt sein oder zwei sehr, sehr gute Pferde am Start haben, oder noch besser: mit der Kombination aus beidem beglückt sein, um derart gelassen auf ein wichtiges Rennen und dessen Ausgang zu reagieren wie Wöhler. So gelassen, als habe er nur am Rande etwas mit der exzellenten Form von Rock of Romance oder Altano zu tun. Dabei hatte Wöhler insbesondere auf die Entwicklung des letztgenannten fraglos erheblichen Einfluss. Ihm ist es zuzuschreiben, dass sich der Galileo-Sohn nach gesundheitlichen Problemen noch zu einem Champion gemausert hat.

Für Altano, gibt Wöhler zu verstehen, sei das wichtigste Steherrennen in Deutschland aber eben nicht mehr als ein Aufbaurennen. Und aufgrund der Umstände – das kühle Wetter, der relativ tiefe Boden, die Konkurrenz und so fort – könne er nicht sagen, ob Altano im Moment sogar noch einen Tick besser ist als im Vorjahr. Nur so viel: „Eddy hat einen klasse Job gemacht.“

Fakt ist, dass Altano, der 22:10-Favorit, vor knapp 6000 Zuschauern in Hoppegarten souverän seinen Titel aus den beiden Vorjahren verteidigt hat. Und, dass der mittlerweile achtjährige Wallach mit dieser Leistung in fünf Wochen beim Gold Cup in Ascot womöglich mehr erreichen kann als den fünften Platz, auf dem er im Vorjahr gelandet war.

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