Der Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat sich erstmals konkret zum Umfang des möglichen Stellenabbaus geäußert. Rechnerisch könnten weltweit rund 50.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Ohne eine Veränderung der Arbeitskosten würde sich beim Sparkurs von Europas größtem Autobauer eine Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit ergeben. Das sagte Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume in einem internen Interview im Volkswagen-Intranet, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
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VW-Betriebsrat kritisiert Blume scharf
Die Zahl leitet sich laut Blume aus dem Vorhaben ab, die Kosten für Verwaltung, Infrastruktur und Unterstützung des Kerngeschäfts auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Diese Kosten lägen bei Volkswagen noch um 20 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen. Daraus ergebe sich „eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit“, sagte Blume.
Derzeit werde in allen Marken, Gesellschaften und Regionen ermittelt, welche Anpassungen nötig und möglich seien, so der Konzernchef weiter. Personalkosten ergäben sich neben der Zahl der Beschäftigten aus den Arbeitskosten. „Diesen Hebel müssen wir ebenfalls ziehen“, sagte Blume und deutete damit an, dass der genaue Personalabbau noch nicht feststehe.
Medienberichten zufolge äußerte sich Blume auch zu den bedrohten Werken in Zwickau, Emden und Hannover sowie zum Audi-Werk in Neckarsulm. Volkswagens Werke in Europa hätten teure Überkapazitäten, man könne dort 500.000 Autos mehr bauen als nötig. „Die Wahrheit ist auch, dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen“. Berichten zufolge soll die Produktion in den Werken zwischen 2031 und 2034 auslaufen.
Der Konzernbetriebsrat von Volkswagen kritisierte die Kommunikation zuletzt Blumes scharf. Der Vorstandschef habe sich weiterhin nicht direkt gegenüber der Belegschaft erklärt, sagte ein Sprecher des Konzernbetriebsrats. Die Zitate in der Presse brächten „keinerlei Klarheit“ und machten „alles nur noch schlimmer“.
Am Donnerstag fand die VW-Aufsichtsratssitzung statt, bei der Blume einem Medienbericht zufolge mit einem weitergehenden Sparpaket gescheitert sein soll. Was konkret im abgelehnten Paket steht, war zunächst nur aus Medienberichten bekannt.
Besonders belastend sei die Lage für die mehr als 40.000 Beschäftigten an den fünf seit Wochen in den Schlagzeilen genannten Standorten Emden, Hannover, Neckarsulm, Osnabrück und Zwickau, teilte der Sprecher des Betriebsrats dem Sender RTL/ntv mit. In der Belegschaft herrsche ein „enormer Vertrauensverlust“ gegenüber dem Manager. Nach der Sommerpause müsse Blume in Betriebsversammlungen direkt vor den Beschäftigten Rede und Antwort stehen. Blume selbst hatte zuletzt eine leichte Kursänderung angedeutet. „Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen“, sagte er.
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