Olympische Winterspiele

Begehrt wie nie

Nie waren Olympische Winterspiele so umworben wie heute: Für Olympia 2022 erwächst neue Konkurrenz für München. Peking und Lwiw haben sich beim IOC beworben.

BLZ
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Soll wieder olympisch sein: die Skisprunganlage in Partenkirchen.

Soll wieder olympisch sein: die Skisprunganlage in Partenkirchen.

© dpa/Hildenbrand Lizenz

Während München und seine Partnerstädte dem Bürgervotum für 2022 am Sonntag nicht ohne Bangen entgegensehen, wächst die Zahl der Konkurrenten. Überraschend kündigte Peking, 2008 erstmals Schauplatz der Sommerspiele, seine Bewerbung an. Das ukrainische Lwiw hat diese am Dienstag bereits formell beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne bestätigt.

Besorgnis weckt bei den Münchner Olympia-Planern vor allem jedoch dies: als heißer Anwärter auf die Winterspiele gilt unter mindestens sieben Städten Norwegens Kapitale Oslo, deren Bürger bereits Ja sagten. Bis zum 14. November (Donnerstag) wollen neben Peking auch Almaty/Kasachstan, Krakau/Polen und wahrscheinlich das schwedische Östersund dem IOC offiziell ihre Bewerbung ankündigen.

Sieben Städte im Kampf um Olympia sieht nicht nur Münchens Sportbürgermeisterin Christine Strobl „als Beleg dafür, dass Winterspiele keineswegs das Auslaufmodell sind, als das sie die Olympia-Gegner gerne hinstellen“. Doch die größte Klippe für München, das für 2018 sang- und klanglos am südkoreanischen Bewerber Pyeongchang gescheitert war und nun mit einer weiter optimierten Bewerbung glänzt, ist am Ende Oslo. „Ich glaube, die Norweger sind Favorit“, sagt Gianfranco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes (Fis), angesichts der Beliebtheit der Wettbewerbe rund um den Holmenkollen. Und schließlich hat Lillehammer der Welt 1994 gezeigt, welch fantastische Winterspiele die Norweger präsentieren können.

Widerstand in Berchtesgaden

Nur bedingt haben andere Bewerberstädte ihre Chance, im Grunde gelten Almaty, Krakau und Lwiw als Außenseiter. Östersund hätte da grundsätzlich bessere Karten, doch dem angekündigten Projekt fehlte zuletzt die Durchschlagskraft. Pekings ernsthafte Absichten dürfen angezweifelt werden, zumal ein asiatischer Kandidat vier Jahre nach Pyeongchang kaum die Mehrheit im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) finden würde. Entweder bringt sich China vor dem Hintergrund beabsichtigter weiterer Bewerbungen erst einmal ins Spiel − oder das Reich der Mitte wartet nur mit einer PR-Aktion auf.

Bleiben München und Oslo, das die erste Hürde bereits übersprungen hat. In Bayern hingegen könnte das Bürgervotum am Sonntag angesichts der Mobilmachung der Olympiagegner vielleicht schon das Aus bedeuten. Wenn auch nur in einer der vier Partnerstädte das Bürgervotum scheitert, ist das Projekt wohl am Ende. Gebangt wird vor allem um das positive Ergebnis in Berchtesgaden, wo sich der stärkste Widerstand formiert hat. Die Wettbewerbe bei einem Scheitern des dortigen Votums noch kurzfristig zu verlegen, würde wahrscheinlich zur Anfechtung des Bürgerbegehrens führen, dessen Basis letztlich andere Fakten waren. (sid)

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