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Aktion

Im Bundestag: Abgeordnete lassen sich Organspende-Tattoos stechen

Mehrere Abgeordnete ließen sich das Symbol stechen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Bei der Aktion machen rund 700 Studios in Deutschland mit.

Team News Eva Maria Braungart dpa/Eva Maria Braungart
3 Min
Bei einer Aktion der Organisation „Junge Helden“ lässt sich Stefan Schwartze (SPD), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, ein Organspende-Tattoo stechen.

Bei einer Aktion der Organisation „Junge Helden“ lässt sich Stefan Schwartze (SPD), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, ein Organspende-Tattoo stechen.

© Fabian Sommer/dpa

Mehrere Abgeordnete des Bundestags haben sich an einer Tattoo-Aktion beteiligt, um auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit dem Patientenbeauftragen der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), ließen sich die Abgeordneten ein Organspende-Tattoo stechen. Das Halbkreis-Design wurde von dem Berliner Tattoo-Künstler GARA entworfen.

Neben Schwartze ließen sich unter anderem auch Ye-One Rhie (SPD) und Wiebke Esdar (SPD) tätowieren.

Ziel der Aktion ist es laut Schwartze, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Für ihn selbst sei es das erste Tattoo. „Es wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch mein einziges bleiben. Aber das ist eine Sache, mit der ich mich zu 100 Prozent identifiziere und die mir dann im wahrsten Sinne des Wortes auch mal unter die Haut geht“, sagte der SPD-Politiker, bevor er sich das Tattoo auf den linken Oberarm stechen ließ.

Behörde: Organspende-Tattoo allein reicht nicht

Die Idee für das OPT.INK genannte Tattoo stammt von dem Verein Junge Helden. Vor etwas mehr als einem Jahr sei das Projekt gestartet, bei dem deutschlandweit rund 700 Tattoo-Studios mitmachten, sagte Anna Barbara Sum Mitgründerin des Vereins. Eigenen Angaben zufolge ließen sich in Deutschland bereits 7500 Menschen das Organspende-Tattoo stechen.

Durch das Tattoo solle der Wille des jeweiligen Menschen in Bezug auf eine mögliche Organspende sofort erkennbar sein. Denn ohne ein schriftliches Einverständnis müssen dem Verein zufolge nach dem Tod die Angehörigen eine Entscheidung treffen. Oft lehnten sie eine Organspende aber mangels Kenntnis über den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen ab.

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Allerdings stellt das Tattoo einer Sprecherin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge grundsätzlich keine rechtsgültige Form der Dokumentation der Entscheidung zur Organspende dar. „Die Dokumentation erhält rechtliche Gültigkeit erst durch die persönliche Unterschrift, sei es auf einem Organspendeausweis, einer Patientenverfügung oder einem formlosen Schriftstück.“ Dennoch könne ein Tattoo als Willensbekundung gewertet werden und wenn keine weitere schriftlich dokumentierte Entscheidung vorliege, bei der Entscheidungsfindung helfen, so die Sprecherin.

965 Menschen spendeten im Jahr 2023 ein oder mehrere Organe

Erklärungen zur eigenen Organspendenbereitschaft können seit März auch digital dokumentiert werden. Seitdem kann man in einem zentralen Online-Register ab dem Alter von 16 Jahren eintragen, ob man zu einer Spende nach dem Tod bereit ist oder nicht.

Im vergangenen Jahr haben 965 Menschen nach ihrem Tod ein Organ oder mehrere Organe gespendet. Das waren 96 mehr als nach einem starken Einbruch 2022, wie die koordinierende Deutsche Stiftung Organtransplantation bilanzierte. Zugleich standen aber knapp 8400 Menschen auf den Wartelisten für eine Transplantation.

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