Bei der Autopsie habe man keinen Hinweis auf einen nicht natürlichen Tod gefunden, sagte Patricio Bustos, der Direktor des Gerichtsmedizinischen Institutes in Santiago. Zwar gebe es Spuren chemischer Substanzen, die aber seien auf die einst zur Krebsbehandlung üblichen Medikamente zurückzuführen.
Neruda war der wohl prominenteste Unterstützer der linken Volksfront-Regierung. Er starb 1973 zwölf Tage nach dem Putsch von General Pinochet und am Vorabend seiner Ausreise ins mexikanische Exil. Die Giftmord-Gerüchte gehen auf das Interview einer mexikanischen Zeitung mit Manuel Araya zurück, der für Neruda als Butler und Chauffeur arbeitete. Ärzte im Dienst der Diktatur hätten ihn mit eine Spritze vergiftet, so Araya. Man habe verhindern wollen, dass er im Exil die Opposition gegen das Regime anführe.
Aber Neruda hatte wegen des Krebsleidens schon Monate zuvor seinen Posten als Botschafter in Paris aufgegeben, war nach Chile zurückgekehrt und hatte noch seine Autobiografie „Ich bekenne, ich habe gelebt“ beendet. Arayas Mord-Theorie fand erst 2009 Gehör, als sich bei der Autopsie des Leichnams des christdemokratische Präsidenten und Diktatur-Kritikers Eduardo Frei herausstellte, dass Frei 1982 vergiftet worden war – in der Privatklinik, in der Neruda starb.
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